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Grimme-Online-Award für fernsehkritik.tv und RTL-Kritik live bei RTL

Fernsehen lohnt sich normalerweise nicht. Eigentlich. Und doch haben all die schwachmatigen Sendungen, die Krawall- und Castingshows, Telenovelas und Dokusoaps im Privatfernsehen wie auch bei den öffentlich-rechtlichen Sendern tatsächlich auch etwas Gutes – denn ohne sie gäbe es den ausgesprochen unterhaltsamen Videopodcast fernsehkritik.tv [1] nicht. Seitdem ich fernsehkritik.tv vor vielen Monaten entdeckte, verfolge ich die zwei Mal im Monat erscheindenden, meist so ca. 30-40 minütigen Beiträge mit großer Begeisterung, denn Holger Kreymeier betreibt das, was seit dem Ende von Kalkofes Mattscheibe in den Medien sträflich vernachlässigt wird: schonungsloses und fundiertes Sezieren des Mülls, der da tagtäglich auf die Bevölkerung losgelassen wird. Anders als Kalkofe geht fernsehkritik.tv aber nicht comedymäßig vor und persifliert die handelnden Personen nicht, sondern arbeitet die Schwachpunkte und bedenklichen Entwicklungen im Fernsehen durchaus sachlich, aber dennoch emotional heraus. Diese Arbeit zahlt sich nun aus, denn fernsehkritik.tv erhielt diese Woche den Grimme Online Award – ich gratuliere! Ein paar Impressionen von der Verleihung gibt es hier [2].

In seinem Blog [3] dokumentiert Holger auch, was sonst so rund um den Fernsehwahn passiert. So berichtete er in „RTL-Kritik live bei RTL [4]“ von der schönen Aktion zweier Leute, die sich bei einer der Live-Shows von der Fußball-WM, die RTL durchgeführt hat, in die Menschenmenge schmuggelten und dann ein großes Plakat in die Kamera hielten, das RTLs bekanntermaßen niveauloses Programm passend kommentierte, so dass es die Zuschauer an den Bildschirmen direkt sehen konnten. Sehr schön!

[…] Um überhaupt soweit zu kommen, hatten sich die Demonstranten vorher sehr genau überlegt, wie sie vorgehen. Sie bedruckten die Rückseite des Plakats mit der unverdächtigen Flagge Kameruns und schminkten sich selbst schwarz – was auch funktionierte: Die RTL-Security ließ sie aufs Gelände. Die Aufnahmeleitung des Senders sprach die vermeintlichen Kamerun-Fans sogar noch an und bat sie, ein kurzes Statement in der TV-Box abzugeben. Kein Wunder: Anhänger Kameruns waren hier natürlich deutlich weniger zu finden als Fans der Niederlande. Schließlich platzierten die Jungs sich unmittelbar vor der Bühne – und waren mit ihrer Medienkritik live bei RTL. Ist das nicht herrlich?

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