- Konsumpf – Forum für kreative Konsumkritik – Culture Jamming, Nachhaltigkeit, Konzernkritik, Adbusting - http://konsumpf.de -

Die Zeitraffer – Die Entschleunigung unserer Zukunft

Habt Ihr eigentlich auch „nie Zeit“? Zerrinnt Euch der Tag so zwischen den Fingern und es ist schon wieder Schlafenszeit, wo Ihr doch gefühlt eigentlich gerade erst aufgestanden seid? Unsere heutige Industriegesellschaft sorgt für eine stetige Beschleunigung unseres Zeitempfindens, für immer mehr Gehetze, alles im Dienste eines sich genauso wild steigernden Wirtschaftswachstums, auf der Suche nach immer mehr Dingen, immer mehr Geld, immer mehr mehr mehr… In ihrer Reihe „Z wie Zukunft“ brachte der Fernsehsender 3sat letztes Jahr die interessanten Kurzfilm „Die Zeitraffer – von der Entschleunigung unserer Zukunft [1]“ von Sabrina Dittus und Nico Weber. Da ich in meinem Blog auch immer wieder einen Blick über den Rand der Konsumgesellschaft hinzu Utopien oder anderen Gesellschaftsentwürfen hin wage, passt dieser Beitrag perfekt hierher. [Quelle [2]]

Tempowahn, Tempovirus, Temporausch. Tempo, Profitstreben und die sozialen Folgen, allzeitige Verfügbarkeit, Zeitgewinn durch Zeitverlust – das sind nur einige Stichworte, die die Debatte um Entschleunigung und Zeitnot bestimmen. Konsens ist: Zeit ist ein Gut. Und heute ist Zeit zu einem knappen Gut geworden. Nicht Geld, nicht Macht, sondern Beschleunigung regiert die Welt. Die Schwierigkeit liegt keineswegs darin, dass die Zeit knapp ist, sondern dass wir schlecht mit dieser Zeit umgehen.

Die Dokumentation „Die Zeitraffer“ macht sich auf die Suche nach der gesparten, verlorenen Zeit und nach Perspektiven, Visionen. Mit Apokalyptikern wie dem Jenaer Soziologieprofessor Hartmut Rosa, Beschleunigungstheoretiker, für den es nur Ausstieg oder Kollaps gibt, und der Empirikerin Nadine Schöneck, die wider besseres Wissen mit dem Tempowahn Schritt zu halten versucht.(…)

(…) Dabei geht es nicht um eine Verlangsamung des Tempos. So einfach ist es nicht: manches könnte sogar schneller gehen, anderes eben langsamer. Es geht um eine differenzierte Befürwortung von mehr „Zeitsouveränität“.

Wird der Mensch in Zukunft nicht mehr in ein abstraktes Konzept der Zeit gezäunt werden? Wird es eine neue Kultur der Zeit geben? Eines ist sicher: Der Takt der Gesellschaft muss sich ändern. Aber wie?

Verwandte Beiträge: