Okt
31
2009

Konzerne vertreiben, Teil 2: Island ist McDonald’s-frei

mcdoof3Nach der schönen Aktion in den Niederlande, wo erboste Sparer eine Bank aus Protest gegen deren Geschäftsgebaren in den Ruin getrieben haben, gibt es einen weiteren netten Rückschlag für Konzerne zu berichten – Island ist seit diesem Monat McDonald’s-frei. Wenngleich auch nicht unbedingt nur aus innerem, freien Antrieb und tieferer Erkenntnis, sondern als Folge der durch die Abwertung der isländischen Währung immer teureren Fleisch- und Zutatenimporte, aber immerhin: ein weißer Fleck auf der Weltkarte des Burgerimperiums. Mehr dazu in „Hier beginnt die Burger-freie Zone“ in der Berliner Zeitung (Danke an Erik von bleib passiv! für den Tipp):

(…) Mit Fastfood hingegen haben die Isländer jetzt offiziell abgeschlossen. Die Finanzkrise hat sie schlimm gebeutelt. Sie sind Schuldsklaven geworden, ihre Häuser und Autos sind verpfändet, die Jugend verlässt die Insel auf der Suche nach einem besseren Leben. (…)

Man müsse sich nach Jahren des Größenwahns wieder auf heimische Werte besinnen, lautet die Lehre aus der Krise in Island. Fleisch, Gemüse, Molkereiwaren und Brot will Ögmundsson künftig auf der Insel besorgen, so sein Essen künftig billiger anbieten als Importburger und gleichzeitig ein Dutzend neue Jobs schaffen.

So könnte der Abzug des Weltkonzerns zu einer heimischen Erfolgsgeschichte werden. (…)

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15 Comments

  • Besonders toll, da ein Isländer jetzt eine eigene Fastfoodkette aus „isländischen Material“ aufbauen möchte. Das ist billiger, heimatlicher und wahrscheinlich auch gesünder. Ein Sieg für Island!

    Comment | 31. Oktober 2009
  • […] so hergeben. Mahlzeit (nationales isländisches Gericht siehe pic). (  berlinonline via konsumpf via meinparteibuch) (pic tomolliver […]

    Pingback | 31. Oktober 2009
  • Punksympathisant

    Gibt es denn in Island auch keinen Burger King?

    Comment | 31. Oktober 2009
  • Lies Dir doch einfach mal den Originalartikel durch, da wird die Frage beantwortet. ;-)

    (Übrigens empfehle ich das für ALLE Artikel, die ich hier im Blog so erwähne und zitiere – diese enthalten immer noch viel mehr Informationen , als die paar Sätze, die ich bei mir zitiere.)

    Comment | 31. Oktober 2009
  • Für alle, die zu faul sind, den kurzen Artikel der Berliner Zeitung zu lesen: „Rivale Burger King hat seine beiden Filialen in Reykjavik schon anfangs des Jahres zugesperrt.“

    Comment | 31. Oktober 2009
  • chapultepec

    kurze Frage am Rande… wie kommt es, dass Konsumpf den Film The Corporation nicht kommentiert bzw. besprochen hat?

    http://www.thecorporation.com/
    (s. auch die Linksseite:
    http://www.thecorporation.com/index.cfm?page_id=19)

    http://video.google.de/videoplay?docid=3203253804055041031&

    Comment | 31. Oktober 2009
  • Ich habe es noch vor. :-) Liegt hier in der „zu sehen“-Schleife, und dann wollte ich darüber auch berichten – aber eben erst, wenn ich ihn selbst kenne.

    Comment | 31. Oktober 2009
  • Sepp

    Interessanterweise bot der McDonalds in Reykjavik noch das günstigste Essen in der ganzen Stadt. Da viele Waren aus der EU importiert werden müssen und z.B. Getreide auf Island wegen der Kälte nicht wächst, sind Lebensmittel generell extrem teuer. McDonalds war einer der wenigen, die in den letzten Jahren in isländischer Krone den Preis gehalten haben während sich Lebensmittelpreise ansonsten praktisch verdoppelt haben.

    Comment | 1. November 2009
  • chapultepec

    @Peter M.

    ich empfehle die Originalversion anzuschauen und nicht die mit dt. Untertiteln, die von Verlag Zweitausendeins verkauft wird, denn diese unvollständig ist

    Comment | 1. November 2009
  • Echt? Oh, Mist, ich hab schon die 2001-Version gekauft. Was fehlt denn da?

    Comment | 1. November 2009
  • chapultepec

    vgl. den Abschnitt zwischen 1:28:58 – 1:30:00
    vom google video link

    http://video.google.de/videoplay?docid=3203253804055041031&amp#

    mit dem was Du hast vom Verlag 2001. Bei mir war an manchen Stellen nur Ton zu hören, die Bilder und der Text war weg…

    Comment | 1. November 2009
  • chapultepec

    haste auch schon mal „the century of self“ gesehen? Falls nicht solltest Du ihn ziemlich hoch auf Deiner Prioritätenliste setzen ; )

    Parte I (Happiness Machines)
    http://video.google.de/videoplay?docid=8953172273825999151&
    Parte II (The Engineering of Consent)
    http://video.google.de/videoplay?docid=-678466363224520614&
    Parte III (There is a Policeman Inside All Our Heads: He Must Be Destroyed)
    http://video.google.de/videoplay?docid=-6111922724894802811&
    Parte IV (Eight People Sipping Wine in Kettering)
    http://video.google.de/videoplay?docid=1122532358497501036&

    Comment | 3. November 2009
  • Nee, den kenne ich noch nicht – aber danke schon mal, ich werde es mir anschauen. :-)

    Comment | 4. November 2009
  • chapultepec

    hier kannste die Textfassung lesen

    http://hareloco.spaces.live.com/blog/cns!E7089CD7CF32AA20!239.entry
    http://hareloco.spaces.live.com/blog/cns!E7089CD7CF32AA20!243.entry
    http://hareloco.spaces.live.com/blog/cns!E7089CD7CF32AA20!253.entry
    http://hareloco.spaces.live.com/blog/cns!E7089CD7CF32AA20!254.entry

    Comment | 3. November 2009
  • chapultepec

    das hier ist aus Teil I. Etwas analoges geschah in der Politik. Die Gefahr war kein Überschuß an Produktion sondern ein Überschuß an Demokratie, den die Menschen begannen für das Wahlrecht zu kämpfen. Bernays war auch hier hilfreich denn man kann Politiker ebenso wie Produkte verkaufen in dem man die Gefühle und nicht das Intellekt anspricht. Und so kann man ruhig Wahlen halten. Die Verpackung wird verkauft, weil sie ansprechend ist und keiner fragt welche Zutaten drin enthalten sind oder ob das Produkt gesundheits- und umweltschädlich ist…

    „…What Bernays had created was the idea that if a women smoked it made her more powerful and independent. An idea that still persists today. It made him realize that it was possible to persuade people to behave irrationally if you link products to their emotional desires and feelings. The idea that smoking actually made women freer, was completely irrational (…) It meant that irrelevant objects could become powerful emotional symbols of how you want to be seen by others.

    Peter Strauss – Employee of Bernays 1948-1952: Eddie Bernays saw a way to sell product was not to sell it to your intellect, that you ought to buy an automobile, but that you will feel better about it if you have this automobile. (…) It’s not that you think you need a piece of clothing but that you will feel better if you have a piece of clothing. That was his contribution in a very real sense.(…)

    What Bernays was doing fascinated Americas corporations. They had come out of the war rich and powerful, but they had a growing worry. The system of mass production had flourished during the war and now millions of goods were pouring off production lines. What they were frightened of was the danger of overproduction, that there would come a point when people had enough goods and would simply stop buying. Up until that point the majority of products were still sold to the masses on the basis of need. While the rich had long been used to luxury goods for the millions of working class Americans most products were still advertised as necessities. Goods like shoes stockings even cars were promoted in functional terms for their durability. The aim of the advertisements were simply to show people the products practical virtues, nothing more.

    What the corporations realized they had to do was transform the way the majority of Americans thought about products. One leading Wall Street banker, Paul Mazer of Leahman Brothers was clear about what was necessary.

    *** We must shift America, he wrote, from a needs to a desires culture ***.

    People must be trained to desire, to want new things even before the old had been entirely consumed. We must shape a new mentality in America.

    *** Man’s desires must overshadow his needs.***

    Peter Solomon – Investment Banker – Leahman Brothers: Prior to that time there was no American consumer, there was the American worker. And there was the American owner. And they manufactured, and they saved and they ate what they had to and the people shopped for what they needed. And while the very rich may have bought things they didn’t need, most people did not. And Mazer envisioned a break with that where you would have things that you didn’t actually need, but you wanted as opposed to needed…“

    Comment | 6. November 2009

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