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Am Rande bemerkt: Apple und der Klimaschutz

appel_music [1]Der ehemalig reine Computer- und Softwarekonzern und jetzt eher Gadget-Produzent Apple hatte, seinem Kultstatus zum Trotz, viele Jahre keinen guten Ruf bei Umwelt- und Klimaschützern – zu wenig legte Apple offen, welche Gifte bei der Produktion ihrer Rechner anfielen und die Recyclingpolitik von Steve Jobs’ Ideenschmiede ließ auch zu wünschen übrig. Andere Firmen zogen hier in den Rankings regelmäßig an dem Unternehmen aus Cupertino vorbei. Nun bemüht sich Apple offenbar, sich ein ökologischeres Image zuzulegen – in der ZEIT stieß ich vor einigen Tagen auf diese interessante Meldung: „Klimawandel: Apple straft US-Handelskammer ab [2]“. Hintergrund der Angelegenheit: Die US-Handelskammer versucht wohl, Obamas Pläne für mehr Klimaschutz massiv zu torpedieren und durch Lobbyarbeit zu hintertreiben. Aus Protest dagegen sind Apple, aber auch Nike und andere Großkonzerne nun ausgetreten. Das Interessante daran? Nun, der Artikel deutet zum einen an, dass dieser Schritt eher in Richtung Marketinggag tendiert:

Dass Apple gerade jetzt medienwirksam aus der Handelskammer ausschert, dürfte indes noch andere Gründe haben. Konzern-Chef Steve Jobs versucht derzeit, dem Unternehmen ein grünes Image zu verpassen. Künftig will Apple energiesparende Modelle auf den Markt werfen. Im vergangenen Monat veröffentlichte das Unternehmen erstmals den eigenen CO2-Fußabdruck. Der Austritt aus der Handelskammer passt in das neue Marketing-Konzept.

NOCH interessanter finde ich allerdings den absolut angebrachten Kommentar eines Lesers, der verdeutlicht, dass wirklich sinnvoller Umweltschutz noch ganz anders aussieht:

Auch das Weglassen von allerlei sinnlosen Gadgets dürfte mehr sparen, als grüne Tarnfarbe.

Denn solange alle paar Monate neue Modelle auf den Markt geworfen werden (natürlich nicht nur von Apple, sondern generell von der Unterhaltungselektronik-, Mode- und Konsumgüterindustrie), die dann wieder sinnlosen Konsum – und damit Ressourcenverbrauch – animieren sollen, ist alles Senken von irgendwelchen CO2-Ausstößen Makulatur. Ein grundsätzliches Umdenken – Produkte, die lange halten und die nicht künstlich erzeugten Moden gehorchen – wäre hier angesagt und würde der Menschheit längerfristig vor noch größerem Schaden bewahren. Niemand braucht ernstlich alle halbe Jahre ein neues Handy mit noch mehr Funktionen oder ähnlichen Klimbim!

(Ja, ich gebe es zu, ich war auch mal Apple-Fan und bin nach wie vor Mac-Benutzer – aber mein Rechner hat nun auch schon bald 7 Jahre auf dem Buckel und ich fühle mich nach wie vor nicht bemüßigt, ihn durch was Neues zu ersetzen. :-) )

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