Okt
06
2009

Weise Worte (15)

Der Selbstsucht gehört die Zukunft
Es ist der Triumph der Ellenbogen, der Gewinn der Egomanie. Auf jene, die sich optimistisch Liberale rufen, springen dieser Tage vornehmlich junge Menschen an. Junge Menschen, denen man den Ellenbogen schmackhaft machen kann, die ihn auch selbst schon probiert, eingesetzt oder erfahren haben. Menschen, die es als selbstverständlich anerkennen, dass gesunde soziale Kälte, Ignoranz am Nächsten, egoistisches Vorankommen und als Toleranz verkleidetes Desinteresse an der Not des Mitmenschen, zur gesellschaftlichen Norm taugen. Es findet eine Klientel zur geballten politischen Institution, die dem Konsumliberalismus vollkommen erlegen ist, materielle Güter zum obersten Gebot, finanziellen Reichtum zum Ideal, Überlegenheit zum Lebensprinzip erhoben hat. Was die Freien Liberalen ansprechen, das sind die niedersten Beweggründe des Menschen. Sie verklären jeden sozialen Gedanken, tun ihn als Schwärmerei ab, krönen ersatzweise die Gier, den zur Egomanie verkommenen Individualismus, den abgewinkelten Arm zum Sinn des Daseins. Junge Menschen, in eine Welt geworfen, die sich freigemacht hat von ideellen Werten, die nur Titel, Konten, Posten wertig sein läßt; junge Menschen, die in ein Leben geworfen wurden, durch das verelendete Massenmedien leiteten, das von mangelnder Nutzwert-Bildung flankiert wurde, in dem die voll entfaltete Oberflächlichkeit der Konsumgesellschaft regierte, sind gefundenes Fressen für die technokratischen Leistungsbotschaften jener Partei. Sie spricht Menschen dort an, wo der Verstand verstorben ist, erklärt ihnen, dass sie sicherlich zu denen gehören werden, die auf der Seite der Starken logieren, auf jener Seite, von der man auf das kleine elende Häufchen der Schwachen hinabspucken darf.

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Kommentare: 5 | Demokratie,Gesellschaft,Politik | Schlagwörter: , , |

5 Comments

  • lana

    Das ist eine Todesspirale. da müssen wir unbedingt raus!!

    Comment | 6. Oktober 2009
  • Unbedeutend

    Jemand hat eine Petition gegen die Hartz4 Sanktionen eingereicht.
    Es geht in dem Fall nicht allgmein gegen Hartz4 sondern gegen die Saktionen.
    Diese können dazu führen, das Betroffene gar keine Leistung mehr erhalten.
    Für eine Land welche kleine Banken mit Milliardensummen wiederbelebt, ein absonderliches Schauspiel.
    Daher hier zeichnen: https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=6785

    Gefunden habe ich das durch eine Hinweis bei Telepolis: http://www.heise.de/tp/blogs/8/146287

    Comment | 6. Oktober 2009
  • gnu

    Wow.
    Es zeigt sich für mich mal wieder: Sich auszudrücken – verbal oder in Lettern – ist eine Kunst.

    Auf zum ganzen Text …

    Comment | 7. Oktober 2009
  • morphy

    Passend dazu ein Betrag in der „Achse des Guten“ vom mehrfach ausgezeichneten Kabarettisten Vince Ebert
    http://www.achgut.com/dadgdx/index.php/dadgd/article/ein_hoch_auf_den_kapitalismus/

    Comment | 7. Oktober 2009
  • Hm, wenn das ein satirischer Beitrag sein soll, ist die Satire gut versteckt. Ansonsten ist Eberts Text erstaunlich flach und oberflächlich, finde ich. Und das nicht, weil er den Kapitalismus verteidigt, sondern weil er das zerstörerische Potential des Kapitalismus offenbar nicht erkennt und wahr haben will… Jemand, der mit seinen Zockereien das System am Laufen hält, ist von daher kein toller Typ, sondern bringt das Gesellschaftsgefüge nur weiter an den Abgrund.

    Comment | 7. Oktober 2009

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