Aug
12
2009

Surftipp: Bleib passiv!

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Ich erweitere meine Linkliste ja regelmäßig um neue Einträge, wenn ich bei meinen Streifzügen durch das Internet  mal wieder auf eine interessante Website stoße. Nicht immer erwähne ich dies dann auch explizit an dieser Stelle, aber heute möchte ich doch mal eine Ausnahme machen, denn Bleib passiv! zählt zu den spannendsten Projekten, denen ich in der letzten Zeit begegnet bin. Die Absicht der Initiatoren ist klar umrissen und durchaus mit der meinigen kompatibel:

Dass wir, die Mehrheit der Bevölkerung, die nicht an den entscheidenden Hebeln in Politik und Wirtschaft sitzt, trotzdem passiv bleiben, ist ganz im Sinne der Regierenden und Privilegierten.

Unsere Meinung zu politischen Themen interessiert sie nicht; sie befragen uns nicht in bundes- oder europaweiten Volksabstimmungen, Bürgerbegehren werden weitestgehend erschwert. Stattdessen vermitteln sie uns z.B., dass Forderungen von Gewerkschaften, sozialen Bewegungen oder Bürgerinitiativen unrealistisch seien, dass vermeintliche „Sachzwänge“ Veränderungen unmöglich machten und dass anderswo alles noch viel schlimmer sei und wir uns deshalb zufrieden geben sollten.

(…) Mit dieser Seite wollen wir einerseits die großen und kleinen Skandale dokumentieren, die unser Leben prägen: Die Abhängigkeit tausender Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer von Entscheidungen einzelner, die Gefährdung der Umwelt durch Wirtschaftsinteressen oder die Diskriminierung von Menschen aufgrund willkürlicher Merkmale, um nur wenige Beispiele zu nennen. Andererseits möchten wir aber auch Anregungen geben, wofür und auf welche Art und Weise es sich lohnt, selbst etwas zu unternehmen: mit Aktionsberichten, -formen und -ideen.

Dabei beschäftigt sich Bleib passiv! mit den verschiedensten Facetten des gesellschaftlichen Umbaus und des Widerstands und damit logischerweise z.B. auch dem Lobbyismus oder der Konsumkritik. So wurde unlängst sogar das Thema Adbusting behandelt: „A wie Adbusting“ – und dabei sind auch eigene Adbusts und Grafiken entstanden:

culture-jamming_barcode-knast

bleib-passiv_aufkleber

EDIT: Wie mir Roman von Bleib passiv! grad mitteilte, ist das Consumers behind bars-Bild lediglich von ihm fotografiert, die Grafik selbst stammt von einem unbekannten Künstler. Soviel Zeit muss sein. :-)

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6 Kommentare »

  • m.ro

    Sehr guter Tipp! Danke!

    Die Jungs haben es drauf. Zumindest find ich die Grafiken sehr geil: Fernsehen und Einkaufskorb als Köpfe… passt perfekt zu Konsumpf.

    Comment | 12. August 2009
  • Femme

    Die Mädchen haben es auch drauf! ;) Finde Konzept und Beiträge sehr gut!!!

    Comment | 13. August 2009
  • chapultepec

    In einer Serie vom WDR über Geheimdienste, wird ein Rechtsanwalt folgendermaßen zitiert:

    “…Rechtsanwalt Manfred Gnjidic: „Es ist einfach so, daß gespürt wird, wir haben nicht viel zu sagen, wir haben nichts zu kontrollieren, wir haben nichts nachzufragen, wir haben zu machen und zu gehorchen. Und das ist der Grund, warum sich viele Leute stückweise aus der Politik verabschieden und sagen, wir haben nicht wirklich dort einen Einfluß. Weil: dumm sind die nicht. Die merken das an jedem Punkt. Daß über die agiert wird und nicht mit dem Volk agiert wird.“…”
    http://www.wdr5.de/fileadmin/user_upload/Sendungen/Feature_Serie/2008/Manuskripte/080928man_01.pdf

    Soviel dazu.

    Comment | 13. August 2009
  • Danke, das klingt interessant – und so wahr. Es ist ja schon so, dass man in unserer “Demokratie” alles (oder doch vieles) sagen und direkt ansprechen darf, nur gehen die mahnenden Stimmen eben im Meer der Propaganda und Beeinflussung unter, das ist das Fatale (auch an den Medien – da wird so viel geschrieben und gesagt und gesendet, dass ein paar Bröckchen Wahrheit dazwischen nicht auffallen und gleich wieder vergessen sind)…

    Comment | 13. August 2009
  • chapultepec

    Es heisst ja auch, dass der massive Aufbau der PR-Industrie eine Reaktion auf die Einführung der Stimmrechte für die “große Bestie” (d.h. der Löwenanteil der Bevölkerung).

    Wenn so viele Männer und Frauen auf einmal wählen dürfen und somit die Demokratie gestärkt wird, so ist dies eine Gefahr für die Herrschenden. Es gilt also dieses neu erlangte Recht zu neutralisieren. Die Antwort: PR. Deswegen wird der Schwerpunkt bei Wahlen auf die (von den Konzernen zugelassene) Person und nicht auf die Inhalte gelegt. Man überlege nur, dass die Mehrheit der US Bevölkerung FÜR die Aufgabe des UN Veto ist!

    Ich glaube R. Luxemburg hat mal gesagt: “wenn Wahlen was bewirken würden, wären sie schon längst verboten worden” (oder so ähnlich

    Comment | 13. August 2009
  • chapultepec

    Kleine Korrektur

    Es heisst ja auch, dass der massive Aufbau der PR-Industrie eine Reaktion auf die Einführung der Stimmrechte für die “große Bestie” (d.h. der Löwenanteil der Bevölkerung) war.

    (das soll das Thema des Buchs von Alex Carey “Taking the risk out of democracy: corporate propaganda versus freedom and liberty” sein. Vorwort von Noam Chomsky)

    Comment | 13. August 2009

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