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Chemieeinsatz für mehr Nachhaltigkeit – BASF und die Ökobilanz von Äpfeln

apples [1]Diese Beobachtung am Rande, auf die mich Michael von Die Farmblogger [2] hingewiesen hat, passt eigentlich sehr gut zwischen meine beiden Serien Werbung schadet [3] und Werbung gegen Realität [4]. Gerade in dem medialen Bereich, in dem keine offene Reklame betrieben wird – bei der man als halbwegs aufgeklärter Mensch ja von vorneherein minimalen, wenn nicht gar negativen Wahrheitsgehalt vermutet –, sondern die Spezialisten der Public Relation (PR) ihre Fäden ziehen, wird es für den Normalbürger schwierig, zwischen bloßer Firmenpropaganda und echten Informationen zu unterscheiden. Genau das, also die oft recht subtil betriebene Verwirrung und Vertuschung, ist natürlich auch die mit PR nicht selten verbundene Absicht – auf diese Problematik werde ich sicherlich noch einmal in einem gesonderten Beitrag näher eingehen.

Heute will ich nur ein „schönes“ Beispiel präsentieren – der Chemieriese BASF präsentiert sich nämlich nächste Woche auf der fruit logistica in Berlin. In dem Zusammenhang gab man eine gemeinsam mit REWE betriebene Studie bekannt, die nachweisen soll, dass einheimische Äpfel bezüglich ihrer Ökobilanz mitnichten besser sein müssen als Obst, das aus den entlegensten Winkeln der Erde herangekarrt wird. Diese Studie mit dem vollmundigen Titel „Mehr Nachhaltigkeit im Obst- und Gemüsehandel mit Hilfe der BASF Ökoeffizienz-Analyse [5]“ kommt zu dem verblüffenden Fazit:

Der gezielte Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln verbessert die Ökoeffizienz: höhere Erträge reduzieren den Flächenbedarf und die Umweltbelastung.

Welch ein Zufall, dass BASF eine breite Palette an solchen die „Ökoeffizienz verbessernden“ Chemiekeulen im Angebot hat, nicht wahr? Wie man daraus folgern könnte, ist Biolandbau also gar nicht nachhaltig – mehr Chemie muss auf die Felder gesprüht werden! Die Natur und die Gesundheit der Menschen werden sich bei BASF & Co. bedanken…

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