Jan
26
2009

„Konkurs im Kindergarten“ – die neoliberale Finanzkrise trifft jetzt auch die Kleinen

Na Mensch, im Fernsehen gibt es ja jetzt doch ab und an interessante Berichte – so beispielsweise im ZDF-Auslandsjournal von letzter Woche, in dem es um die Pleite des größten Betreibers von Kindergärten in Australien geht. Richtig: getreu dem neoliberalen Credo, dass alles, was einst Staats- = Bürgereigentum war, privatisiert werden müsse, um es vermeintlich viel effizienter betreiben zu können, sind 2/3 der Kindergärten in Downunder in den Händen einiger Unternehmen (1/3 ist genossenschaftlich/nachbarschaftlich organisiert). Und nun, in Zeiten der „Finanzkrise“, hat es also einen der Kindergartenbetreiber erwischt, der Konkurs anmelden muss, so dass viele Kinder plötzlich ihren Kita-Platz los sind. Vielleicht hilft solch ein Ereignis wenigstens dabei, dass mehr Menschen aus dem wolkigen Privatisierungs- & Kommerzialisierungstraum aufwachen… (Man muss dabei natürlich sehen, dass dies immer noch eine Art „Luxusproblem“ ist – insbesondere bei den im Film gezeigten Familien –, wenn man es mit den Problemen vergleicht, die sich anderswo in der Welt auf Grund der Finanzkrise auftürmen (Island, Guatemala, Lettland, Ukraine, Spanien, Bulgarien…).)

Die Finanzkrise hat ein neues Opfer: Australische Kinder. Banken machten die Kindertagesstättenkette ABC Learning Centres zum börsennotierten Milliardenkonzern. Mit der weltweiten Kreditkrise ist die Blase geplatzt, und das Unternehmen steht vor der Pleite. Tausende Kinder stehen heute ohne Betreuung da.

bild-2(zum Abspielen bitte aufs Bild klicken)

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