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Wahltag = Zahltag?

Für alle Unentschlossenen am heutigen Tag der großen, mit wahnsinniger Spannung erwarteten Bundestagswahl 2013 habe ich noch eine wichtige Information ausgegraben, die Eure Wahlentscheidung signifikant in die richtige Richtung beeinflussen könnte, nein, müsste. Denn untenstehenden Fakt haben uns die Medienkomplexe, die das Land beherrschen, bisher wohlweislich vorenthalten, um das regierende System nichtz ins Wanken zu bringen! Solche Dinge sollte man aber vor dem Urnengang wissen, denke ich, damit man sich nicht noch verwählt und hinterher das Jammern und Wehklagen groß ist.

Okay, vermutlich/mit großer Sicherheit wird heute ab 18 Uhr sowieso das Wehklagen einsetzen, wenn wir dann wissen, welche Koalition uns die nächsten vier Jahre mit ihren Entscheidungen beglücken darf. Meine Vermutung und Befürchtung ist ja, dass sowohl die FDP wie auch die unsägliche AfD über die 5%-Hürde kommen, was in gewisser Weise den Worst Case darstellt. Falls sich ein paar AfD-Fans auf meinen Blog verirrt haben sollten und jetzt zu zetern beginnen, dass diese Partei doch wenigstens den Eablierten zeige, was eine Harke sei und „uns endlich aus der EU-Diktatur befreie“ und was derer Parolen noch so alles seien, dem empfehle ich den durchaus lesenswerten Artikel von Jens Berger auf den NachDenkSeiten, dessen skeptische Einschätzung der AfD ich teile – „AfD ante portas – Rechtsruck mit der deutschen Tea Party [1]

(…) Rechtsruck

Sollte die AfD am Sonntag die 5%-Hürde knacken, wäre sie seit 1961 die erste Partei rechts der Union, die in den Bundestag einzieht. So etwas wurde lange für unmöglich gehalten. Das Erfolgsrezept der AfD ist es wohl, dass sie sich als Wolf im Schafspelz präsentiert, als „Professorenpartei“, die Merkels Eurokrisenpolitik kritisiert. Wer sagt eigentlich, dass „Professoren“ keine Rechtspopulisten sein können? Die „Professoren“ der AfD sind – bei näherer Betrachtung [2] – eine ziemlich krude Mischung aus Marktradikalen und dem Stamminventar der „Jungen Freiheit“, dem Sprachrohr der „Neuen Rechten“. Hoffen wir, dass die – ohnehin nicht sonderlich seriösen – Ergebnisse der INSA-Umfrage falsch liegen und mehr als 95% der Wähler dem Lockruf vom rechten Rand widerstehen können.

Apropos, auf den NachDenkSeiten hat auch Wolfgang Lieb einen sehr guten Beitrag über die Wahl, den Wahlkampf und die möglichen Konstellationen verfasst – ein etwas längerer Text, aber durchaus lohnend, wie ich finde: „Wahlkrampf – Wonach sollte man seine Wahlentscheidung ausrichten? [3]

Jede/n nur ein wenig an politischen Fragen Interessierte/n oder wer sich ernsthaft dafür interessiert, wie es für ihn auch persönlich weitergehen soll in Deutschland, kann wenige Tage vor dieser Wahl angesichts dieses Wahlkrampfes eigentlich nur noch verzweifeln. Es hilft aber nichts, die Wahl wird stattfinden, und jede/r Einzelne muss sich so oder so entscheiden. Aber wonach?

Und zum Abschluss noch blogsgesang.de: „Je lauter SPD und Union die Große Koalition verteufeln, desto sicherer kommt sie [4]“.

Dann also mal viel Spaß an der Wahlurne (oder beim konsequenten Nicht-Wählen). Und nicht vergessen: Ab heute ist eh Herbst, egal wie’s nachher ausgeht.

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