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Schlimme Firmen – heute: Glencore

Wie Ihr inzwischen sicherlich mitbekommen habt, bin ich ja auf jeden Fall ein Verfechter eines kritischen Konsums, soll heißen, jeder Einzelne sollte bei seinen Einkäufen überlegen, welchen Unternehmen er sein Geld überlässt und welche Geschäftspolitik er damit unterstützt; kurz: was die Folgen eines Griffs zu einem bestimmten Produkt oder eines Gangs zu einem Discounter sind. Einfach ist dies bei den Dingen, die wir direkt kaufen können – dass nichts von Firmen wie Nestlé [1], Coca Cola [2], Müller Milch [3], Kraft, Ferrero, Nike etc. im eigenen Einkaufskorb landet, sollte selbstverständlich sein, genauso wie das Ignorieren von Aldi [4], Lidl [5] und Co. oder Tierquälerbuden wie McDoof [6] oder Kentucky Fried Chicken [7].

Soweit, so gut. Leider ist es aber so, dass es Unternehmen gibt, die ebenfalls massiv die Umwelt zerstören, Menschen ausbeuten und Politiker korrumpieren, ohne dass wir diese durch Boykott in irgendeiner Form umgehen könnten. Zu diesen Firmen gehören all die Industriekonzerne, die Rohstoffe gewinnen und weiterverarbeiten und so Vorprodukte für die restliche Wirtschaft liefern. In diesem Falle ist der einzelne Konsument mit seinen Eingriffsmöglichkeiten des „politischen Konsums“ dummerweise machtlos – bzw. bleibt ihm nur, generell sein Konsumniveau, vor allem an technischem Schnickschnack, auf einem niedrigen Level zu halten.

Und dennoch schadet es nichts, zu erfahren, wie manche Konzerne so vorgehen, von deren Existenz und Geschäftsgebaren die meisten von uns vermutlich bisher nichts wussten. Beispielsweise Glencore, einer der größten Rohstoffhändler der Welt, wie ich allerdings auch erst aus der ARD-Sendung Monitor erfahren habe. In „Rohstoffe – Dubiose Geschäfte eines Weltkonzerns?“ deckt der Beitrag auf, mit welchen Methoden diese Firma vorgeht und wie sie dabei durch das Geld deutscher Banken und Versicherungen gestützt wird. Ausgesprochen unerquicklich!

Viele deutsche Anleger betrachten Glencore, den größten Rohstoffhändler der Welt, als renditeträchtige Geldanlage, deutsche Banken empfehlen den Kauf und halfen beim Börsengang. Das Unternehmen steht im Verdacht, mit dubiosen Geschäftspraktiken seine Gewinne zu maximieren. Glencore streitet die Vorwürfe ab. Wichtige Player auf den Finanzmärkten haben offenbar das Vertrauen in das Schweizer Unternehmen verloren. Die Europäische Investitionsbank EIB hat das Geschäftsverhältnis eingefroren und die Anti-Betrugsbehörde OLAF eingeschaltet. Die deutsche Allianz rät intern vom Investment in Glencore ab.

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