Feb
16
2011
15

Kaufen für die Müllhalde

Unsere Wegwerfgesellschaft prangere ich hier im Blog ja des öfteren an – eine Konsumorientierung, bei der man sich nach schnell wechselnden Moden und Trends richten muss, will man nicht total „out“ sein. Arte (offensichtlich Deutschlands bester Sender) hat sich dem Thema „Die Wegwerfer“ gestern angenommen und u.a. die Dokumentation „Kaufen für die Müllhalde“ gesendet, die man sich derzeit für einige Tage auf der Arte-Website online anschauen kann. HIER findet man den Beitrag dann online. Sicherlich taucht die Sendung über kurz oder lang auch bei YouTube auf, so dass wir noch etwas länger davon haben!

Wiederholung am Freitag 18. Februar um 10.30 Uhr und Donnerstag 24. Februar um 03.25 Uhr

Heute gekauft und morgen schon Schrott? Die Haltbarkeit technischer Produkte ist oft kurz. Teilweise ist dies von den Herstellern gewollt, doch auch die Haltung vieler Verbraucher hat sich verändert. ARTE schaut auf die Wegwerfgesellschaft.

(…) Heute wollen sich viele Verbraucher nicht mehr mit diesem System abfinden. Als Beispiel für dessen verheerende Umweltfolgen zeigt die Dokumentation die riesigen Elektroschrottdeponien im Umkreis der ghanaischen Hauptstadt Accra. Neben diesem schonungslosen Blick auf die Wegwerfgesellschaft stellt Filmemacherin Cosima Dannoritzer auch die Lösungsansätze von Unternehmern vor, die alternative Produktionsweisen entwickeln. Und Intellektuelle mahnen an, die Technik möge sich auf ihre ursprüngliche Aufgabe zurückbesinnen, auf die dauerhafte Erleichterung des Alltags ohne gleichzeitige Verwüstung des Planeten.

Edit: und HIER noch die Facebook-Seite des Projekts für weitere Infos.

Edit 2: Auf YouTube ist die Doku auch aufgetaucht:

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Feb
15
2011
2

Klimaforscher will globale Konsumziele für die Reichen

© speedy2, stock.xchng

Diese Pressemitteilung des Rats für Nachhaltige Entwicklung flatterte gerade auf meinen virtuellen Schreibtisch – der Titel hat mich auf jeden Fall bewogen, mir die Meldung einmal anzuschauen: „Klimaforscher will globale Konsumziele für die Reichen“. Interessant ist an dem Text vor allem, dass sich offenbar die Erkenntnis, dass unser Konsumniveau, das wir in der westlichen Welt zelebrieren, alles andere als langfristig haltbar ist. Und dass man eben neben der Wirtschaft auch den Konsumenten selbst dazu bewegen muss, von der Konsumfixierung wegzukommen. Ob dies durch ein diktatorisch erscheinendes, global verabschiedetes „Konsumziel“ geht, wage ich ja zu bezweifeln – zum einen, weil die meisten anderen solcher weltweiten Abkommen auch oft genug scheitern, und zum andern, weil mir der Ansatz der Verordnung von oben nicht behagt.

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Feb
14
2011
2

Die Konzernisierung des Medialen, am Beispiel von Red Bull

Ich weiß ja nicht, wie es Euch geht, aber für mich ist Red Bull so ziemlich das ekligste Getränk, das einem so aus den Kühltheken entgegenwabert. Kandierte Kassenpisse kann nicht viel schlimmer sein. Aber offenbar sind die Geschmacksnerven vieler Menschen mittlerweile so verkümmert, dass ihnen auch so etwas schmeckt. Naja, ist ja auch nicht so wichtig, das muss schließlich jeder selbst wissen, was er trinkt. Interessanter daran finde ich jedoch vielmehr, dass man an Red Bull gut sehen kann, wie die ohnehin schon weit vorangeschrittene Durchkommerzialisierung der Medien weiter betrieben wird.

Die NDR-Sendung Zapp berichtete in „Die Marketingstrategie von Red Bull“ über genau diesen Trend, dass sich große Konzerne eine Art Hofberichterstattung erkaufen und ihren Markennamen massiv in alle Kameras drücken – die eigentlichen Inhalte, z.B. Sport, rücken dabei immer weiter in den Hintergrund. Es geht nur ums „Event“ und darum die eigenen Produkte werbewirksam zu präsentieren. Interessant auch, die Kommentare mancher User bei YouTube zu diesem Beitrag zu lesen, denn einige finden das ganz normal und nicht weiter bedenklich – während ich die fortschreitende Präsenz von Unternehmen und Marken ja bekanntlich sehr skeptisch sehe.

Ob Formel 1, Fußball oder Fernsehen – der Getränkehersteller hat überall seine Finger im Spiel. Und mit einem kleinen Medienimperium bringt er subtil sein Logo unters Volk.

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Feb
13
2011
5

Lesetipps: Kollateralschaden an der Fleischtheke | Die Wahrheit über IKEA | Konsum macht einsam | Wie frisch ist Frischmilch?

Das Thema Fleisch(konsum) ist ja nun nicht erst seit dem letzten Dioxin-Skandal ein großes Thema, das spätestens seit dem Erfolg des Buches „Tiere essen“ von J.S. Foer auch medial entsprechende Beachtung findet. So erscheinen mittlerweile auch immer öftere weitere Bücher, die sich mit dem Auswirkungen der Massentierhaltung auf Gesundheit, Umwelt und Moral befassen – wie beispielsweise „Anständig essen“ von Karin Duve. Deutschlandradio Kultur brachte vor einigen Wochen ein Feature zu der Neuerscheinung, in dem das Werk näher beleuchtet wird – „Kollateralschaden an der Fleischtheke“:

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Feb
10
2011
3

Die Stadt in der Stadt – Wie Einkaufszentren Innenstädte zerstören

Als Nachtrag zu meinem gestrigen Posting über die Auswirkungen von Shoppingmalls auf Innenstädte (HIER) möchte ich heute noch auf den Beitrag im NDR Kulturjournal verweisen, der die ganze Sache auch noch von einem soziokulturellen Blickwinkel aus betrachtet, der gut zu meinen gestrigen Betrachtungen in Bezug auf den Verlust öffentlicher Räume und Freiheiten passt – „Die Stadt in der Stadt: Wie Einkaufszentren Innenstädte zerstören“:

Das Kulturjournal zeigt, dass immer mehr Innenstädte in Norddeutschland veröden, während die modernen Einkaufspassagen der ECE als Wohlfühloasen zelebriert werden. (…)

Wie sich so ein Center auswirken kann, das zeigt Hamburg-Harburg. Die Lüneburger Straße – einst zentrale und lebendige Marktstraße – zeigt heute Leerstand und Ramschläden. 200 Meter weiter hatte die ECE das Phönixcenter gebaut – mit komplettem Konsumangebot, eine reine Einkaufsstadt, die die Käuferströme aufsaugt. “Jedenfalls hat es mit unserem traditionellen Bild einer europäischen Stadt überhaupt nichts mehr zu tun”, findet Gert Kähler. “Das sind Zentren, Einkaufszentren, die nur nach innen geöffnet sind, die also nach außen gegenüber der vorhandenen Stadt ausgesprochen abweisend sogar wirken.”

Überwachung und Konformität in Einkaufszentren
Drinnen sehen die Center eigentlich immer gleich aus, ob in Harburg, Hameln oder Schwerin. Überall die gleichen Läden – und: die gleichen Regeln. Die Konsumenten werden überwacht, soziale Probleme ausgesperrt, politische Meinungsäußerungen sind unerwünscht – es geht um Kunden, nicht um Bürger. Ein Verlust von öffentlichem Raum, Einkaufen ohne regionale Identität. Für die ECE ein bewährtes Konzept, der Konsum fließt. (…)

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Feb
09
2011
9

Das Wettrüsten der Shoppingcenter

Ich muss heute zunächst einmal etwas gestehen – als Ende der 80er/Anfang er 90er Jahre in Kiel mit dem Sophienhof die erste „Shopping Mall“ mitten in der Innenstadt aufmachte, war ich in meinem jugendlichen Überschwang begeistert und fasziniert von dem Warenangebot und dem ganzen Flair. Auch als ich einige Jahre später das CentrO in Oberhausen kennenlernte, zog es mich durchaus in seinen Bann (ohne mich allerdings zu konkreten Käufen zu bewegen). Heute für mich unvorstellbar, denn um solche Shoppingcenter mache ich mittlerweile einen weiten Bogen und fühle mich in solchen Monstermalls unwohl und ob der glitzernden, keimfreien Konsumatmosphäre völlig fehl am Platze.

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Feb
08
2011
3

Fernsehtipp: Rebellen im Namen der Erde und Tokyo Freeters

Gleich zwei spannende Dokumentationen, die perfekt zum Tenor meines Blogs passen, bringt ARTE beim heutigen Themenabend „Jung, aktiv und kampfbereit“ – um 20:15 macht „Rebellen im Namen der Erde“ den Auftakt:

In Europa werden sie “Alter” genannt, “Freeters” in Japan, “Eco Warriors” in den USA… Ihre Gemeinsamkeit: Sie haben genug von einer Welt des Konsums.

Wie Guerillas jagen die Eco Warriors Biotechniklabors in der Bucht von San Francisco in die Luft, weil dort Tierversuche durchgeführt werden. Sie legen die japanische Walfangflotte in der Antarktis lahm, zersägen Geländewagen in Oregon, ketten sich in Deutschland an Bahngleise, um einen Atommülltransport zu stoppen, und besetzen Mammutbäume in den nordkalifornischen Sequoia-Wäldern.

In den Augen des FBI handelt es sich bei diesen militanten Umweltschützern um Terroristen, die nach Al-Quaida als zweitgrößte Bedrohung für die Sicherheit des Landes gelten. Für diejenigen in den USA und in Europa, die die bürgerlichen Freiheiten beschränken möchten, sind derlei Aktionen ein willkommener Vorwand, um in der öffentlichen Meinung Stimmung gegen jede Form von Aktivismus und zivilem Ungehorsam zu machen. Auf diese Weise wird der Verabschiedung von immer restriktiveren Gesetzen der Boden bereitet und Bürgerengagement als Straftat verurteilt.

Und gleich anschließend „Tokyo Freeters“:

In Japan verdingen sich mehr als vier Millionen junge Menschen als Gelegenheitsarbeiter – darunter viele mit abgeschlossenem Universitätsstudium. Sie werden als Freeters bezeichnet; der Begriff setzt sich aus dem Anfang des englischen Worts “freetime” und der Endung des deutschen Wortes “Arbeiter” zusammen.
Der Name kam in den 90er Jahren auf. Damals benannte er Aussteiger, die nicht – wie in Japan üblich – ihr ganzes Leben einer Firma widmen wollten, sondern sich lieber mit Minijobs durchschlugen, um mehr Zeit zur freien Verfügung zu haben.

Die heutigen Freeters haben diese Entscheidung im Gegensatz zur vorherigen Generation nicht immer aus freien Stücken getroffen. Viele sind zu dieser Lebensweise gezwungen – durch die wirtschaftliche Lage und weil die Unternehmen schnell verstanden haben, angesichts der Krise schlechtere Arbeitsbedingungen durchzusetzen und Nutzen aus den Zeitarbeitern zu ziehen. Einige Freeters verdienen nicht einmal genug, um sich eine eigene Wohnung zu leisten. Sie übernachten in rund um die Uhr geöffneten Internetcafés; diese Untergruppe wird auch Net Refugees genannt.

Tokioer Freeters entwickeln nun ein Gegenmodell zu dem ihnen veraltet erscheinenden herrschenden Gesellschaftsmodell. Dieser neue Lebensstil, eine japanische Antikultur, beeinflusst immer weitere Kreise. Die Dokumentation befasst sich mit dieser neuen Gruppe von jungen Menschen, die sich dem System verweigern. Sie lassen die konformistischen Modelle Japans hinter sich, lehnen Konsumrausch und Arbeit bis zum Umfallen ab und sind davon überzeugt, dass ein gewisser Verzicht auf äußere Werte den inneren Reichtum fördert.

Wer die Sendungen heute verpassen sollte – Wiederholung gibt’s am Do. 10.2.2011 um 10:35 Uhr.

EDIT: Und hier die YouTube-Versionen:

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Feb
07
2011
1

Surftipp: oeko-fair.de

Kenner meines kleinen Blogs wissen sicherlich, dass ich kein allzu großer Freund des LOHAS-Ansatzes bin, dass man nur seinen Einkauf „begrünen“ müsse und schon wäre die Welt gerettet. Nachhaltiger Konsum, vor allem, wenn es nur darum geht, Nicht-Bio durch Bio zu ersetzen, aber an seinem sonstigen Lebensstil (mit dem SUV zum Bioladen (oder zur Bioabteilung des Discounters) fahren…) nichts zu ändern, insbesondere nicht an seinem Konsumniveau. Dennoch, und auch das betone ich hier ja des Öfteren, ist es meines Erchtens unerlässlich, sich AUCH des eigenen Konsums bewusst zu werden – vor allem der Tatsache, dass man mit seinem Geld entweder bestehende (zerstörerische) Strukturen bestärken kann, wenn man den gleichen Schrott kauft wie immer, oder dass man mit seinem Konsum auch alternativen Strukturen und Projekten stärkt und auch Signale an Wirtschaft und Politik sendet, gewisse Praktiken von Ausbeutung und Umweltzerstörung nicht mehr zu unterstützen. (Die Frage, inwieweit man in diesem System überhaupt alternativ wirtschaftlich tätig sein kann, ohne nicht doch in der einen oder anderen Weise herkömmliche Stukturen zu benutzen und damit zu stärken, will ich an dieser Stelle nicht behandeln – sie ist natürlich ohne Frage auch zu stellen!) Neben den Bioprodukten ist auch Fair Trade etwas sehr Wichtiges, da dieses Siegel bzw. der dahinterstehende Ansatz, Bauern und Anbietern aus ärmeren Anbauregionen so vernünftig zu bezahlen, dass sie nicht ihre Kinder mit auf die Plantagen schicken müssen etc.

Deswegen ist es erfreulich, dass es Websites wie oeko-fair.de gibt, die ich hier empfehlen möchte (trotz meiner Zurückhaltung, konkrete Kauf- und Konsumempfehlungen im Blog auszusprechen und obwohl ich weiß, dass diese Site den Revolutionären unter meinen Lesern sicherlich zu lasch ist ;-)   ), weil sie viele praktische Tipps gibt und auch kritische Berichte über Entwicklungen weltweit gibt. Die Verbindung zu diversen Bundesministerien und Verbänden gibt oeko-fair.de einen quasi „offiziellen“ Anstrich (inwieweit diese Nähe zu staatstragenden Stellen die Unabhängigkeit und Seriösität negativ beeinflusst, muss jeder für sich selbst entscheiden) und so schreibt sich die Site auf die Fahnen:

Oeko-fair.de dient der Förderung nachhaltigen Konsumverhaltens, indem es über Produkte, Aktivitäten und Organisationen berichtet, die sich für ökologische, sozial gerechte oder öko-faire (Konsum-) Alternativen einsetzen. Wir folgen dabei der Idee, dass Transparenz und Information die Voraussetzungen für eine bewusste Kaufentscheidung für nachhaltige Produkte sind. Das Portal versteht sich als Dienstleister für am nachhaltigen Konsum interessierte Verbraucher, öko-fair engagierte Organisationen und Unternehmen sowie Multiplikatoren. (…)

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Feb
06
2011
3

Das Wirtschaftswachstum ist uns heilig

© svilen001, stock.xchng

Seit ein paar Monaten dröhnt es uns ja aus allen „Leitmedien“ entgegen – der Aufschwung sei da, endlich gebe es wieder Wirtschaftswachstum, hurra, juchhe, das Goldene Kalb der Neuzeit steht wieder auf dem Sockel und darf umtanzt werden. Es ist schon erschreckend zu sehen, dass an unseren politisch Tätigen offenbar alle Erkenntnisse und Entwicklungen im Zusammenhang mit den vielen negativen Folgen dieses einseitigen Fokus auf das Wachstum komplett vorüberzugehen scheinen. Da wird immer noch dem Nachkriegsmythos „Wirtschaftswunder“ gefrönt, es solle mehr produziert und konsumiert werden, damit es allen besser gehe, nicht zuletzt ja auch den Armen in der Dritten Welt und anderswo. Dass gerade dieses System zu dem heute herrschenden Ungleichgewicht beigetragen hat, fällt dabei genauso unter den Tisch wie die gefährlichen Auswirkungen einer solch im besten Falle einäugigen Wirtschaftspolitik auf die Umwelt.

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Feb
04
2011
4

Eine kurze Geschichte des Product Placement in Filmen

Reklame nervt. Das geht nicht nur mir so, sondern vielen anderen Menschen auch. Weil die Werbetreibenden dies wissen, versuchen sie mit allen Mitteln, die Konsumpropagandabotschaften ans wehrlose Volk zu bringen – sei es, dass der Ton bei Werbepausen im Fernsehen lauter ist als das sonstige Programm, sei es, dass immer neue Orte aufgespürt werden, wo man Markengedöns platzieren kann (und sei es im Wasser oder am Himmel) oder seien es die sog. Layer-Ads im Internet, die sich nicht einfach wegblocken lassen. Immer muss der natürliche und verständliche Widerstand des Publikums gegen die Dauerberieselung mit den penetranten Kaufaufforderungen und plumpen Imagekampagnen umgangen und gebrochen werden.
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