Jun
16
2010
2

Economic Hit Men

Wer den Film „Let’s make money“ gesehen hat, der wird sich vielleicht noch an eine Szene mit John Perkins erinnern, einem sog. economic hit man, also einem von Regierung oder anderen Stellen ausgesandten Agenten, der die Wirtschaft eines Landes destablisieren soll, um sie zu schwächen und reif für eine Übernahme durch multinationale Konzerne zu machen. In einem aktuellen kleinen Beitrag wird das Prinzip noch einmal konzentriert und pointiert dargestellt – es kann einem schon etwas blümerant werden, wenn man so etwas sieht… (Gefunden via Adbusters)

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Jun
15
2010
0

Lesetipps: „Stumme Werbetafeln – Botschaft des totalen Versagens“ / Adidas verstößt gegen eigene Standards / „Alles gut eingeölt!“

Auch die Süddeutsche Zeitung widmete sich neulich mal den Thema Außenwerbung/Reklamewände – eine Thematik, die ich hier im Blog bereits einige Male angesprochen habe und die vor allem in den USA für rege Diskussionen sorgt und dort auch aktiven Widerstand hervorruft. Denn der Wildwuchs durch Reklameflächen, das Überhandnehmen von Werbebotschaften in den Stadtbildern der Vereinigten Staaten und auch an Schnellstraßen (wobei die Gefährdung der Verkehrsteilnehmer durch die Werbetreibenden billigend in Kauf genommen wird) hat dort erschreckende Ausmaße angenommen – und konnte erst einmal nur durch die Wirtschaftskrise gebremst werden. „Stumme Werbetafeln – Botschaft des totalen Versagens“ titelt die SZ und wirft die berechtigte Frage auf:

[...] ob die Menschen nicht das Recht auf einen freien Blick haben, wenn sie auf einem Highway unterwegs sind, den sie ja letztlich mit ihren Steuern bezahlt haben? Sind Werbetafeln nicht letztlich eine Form der Umweltverschmutzung, die man verbieten sollte, wie man es im Bundesstaat Vermont schon vor 42 Jahren getan hat?

Im Lichte der gegenwärtigen Wirtschaftskrise kann man sie allerdings auch als Metaphern für einen Aufruf verstehen, eben kein Geld mehr auszugeben. Das wäre ein radikaler Bruch mit den Grundlagen der amerikanischen Gesellschaft. In den USA betragen die Verbraucherausgaben 70 Prozent des Bruttosozialprodukts. Auch wenn das Gesundheitswesen einen großen Teil dieses Werts ausmachen, so zeigt das, dass die Wirtschaft nicht nur stagnieren würde, wenn die Bürger aufhören würden, Unmengen zu konsumieren. [...]

Einige schöne Bilder angenehm leerer, dem Geist wieder Raum gebender Plakatwände in Brooklyn begleiten den Artikel.

Zwei weitere interessante Artikel, die mir in den letzten Tagen aufgefallen sind und die gut in meinen Blog passen, stammen aus der taz. Die beschäftigt sich in einer 12seitigen Sonderbeilage mit dem lieben Öl: „Alle gut eingeölt! Die tägliche Ölkatastrophe ist unsere Abhängigkeit von diesem Stoff. Können wir davon lassen?“:

[...] Dabei ging es uns nicht darum, das offensichtliche Versagen der Verantwortlichen zu beschreiben und zu kritisieren. Das haben wir getan und werden es weiter tun. Doch allein mit dem Finger auf andere zu zeigen, reicht nicht. Die Ölpest im Golf von Mexiko ist nur ein weiterer Kollateralschaden, den unsere vom Öl abhängige Wirtschaft in Kauf nimmt. [...]

[...] Wir sind als Konsumenten Teil dieses Wirtschaftssystems. Wir hängen am Öl, egal ob wir mit dem Auto, dem Bus oder – geschützt von Mikrofasern und Plastikhelm – Fahrrad fahren. Und damit das weitergehen kann, muss das Öl aus immer tieferen Schichten herausgeholt werden – mit entsprechendem Risiko. So gesehen ist dieses Loch im Golf auch unser Loch, und wir sind nicht nur Opfer, sondern Teil einer jeden Ölpest.

Geht es auch anders? Es wird gehen müssen, denn schon jetzt ist Öl, global gerechnet, zu knapp und teuer, um weiterhin diese zentrale Rolle spielen zu können. [...]

Im zweiten taz-Text, den ich hier empfehlen möchte, geht es, passend zur WM, um Adidas und die jüngst bekannt gewordenen Vorfälle hinsichtlich der Arbeitsbedingungen bei Zulieferern des Konzerns – „Adidas verstößt gegen eigene Standards“. Letztlich zeigt der Beitrag, dass Firmen, selbst wenn sie sich durchaus (in kleinem Rahmen) um fairere Verhältnisse bemühen, doch im Zuge dieser profitmaximierenden Globalisierung mitsamt ihrem immensen Kostendruck auf dem Rücken der Menschen prosperieren können. Wer seine ganzen Arbeitsplätze dorthin auslagert, wo man besonders billig und ohne störende Sozialstandardsproduzieren kann, hat bereits damit die Tür aufgestoßen zu solchen Bedingungen, wie sie in dem Artikel beschrieben werden.

Wie fair produziert der WM-Ausrüster Adidas? ArbeiterInnen eines Zulieferers in Südchina sagen, sie leisteten viel mehr Überstunden als der Konzern eigentlich zulassen möchte. [...]

Zusätzlich zum Mindestlohn würden die ArbeiterInnen Akkordzuschläge und Überstundenbezahlung erhalten. „Die Mindestbedarfe der Beschäftigten in China sind durch den Lohn abgedeckt“, sagte Frank Henke, oberster adidas-Manager für soziale und ökologische Fragen. Mehr Lohn könne man den ArbeiterInnen in den Zulieferfirmen nicht zahlen, weil adidas seinen „Aktionären gegenüber verpflichtet“ sei, „eine Wertschöpfung zu erzielen“. [...]

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Jun
14
2010
0

Fernsehtipp: Aufgetischt und abserviert – die Tricks der Lebensmittelindustrie

In meinem Blog greife ich das Thema Verbrauchertäuschung via Reklame und Marketing ja immer wieder mal auf, und so freut es mich, dass es heute Abend, also am Montag, den 14. Juni, im ZDF, von 19:40–20:15 ein Special dazu gibt mit dem vielversprechenden Titel „Aufgetischt und abserviert – die Tricks der Lebensmittelindustrie“:

Machen Light-Produkte wirklich schlank? Warum ist eine “verbesserte Rezeptur” manchmal die schlechtere Wahl? Und wie kann ein Smiley für Durchblick sorgen? Britta Buchholz und Kai Dietrich gehen diesen und vielen weiteren Fragen nach. Sie spüren auf, wo in Deutschland mehr getan werden müsste, um Interessen von Verbrauchern entgegenzukommen. Und sie decken auf, wo uns die Industrie betrügt. “Aufgetischt und abserviert”, ein Blick auf unsere Lebensmittel. [...]

[...] Jedes Jahr werden hunderte neue Lebensmittel “erfunden” – ernähren wir uns dadurch besser oder gesünder? Kaum, wie Kreationen wie “Formschinken” oder “Analogkäse” befürchten lassen. Oftmals ist der Lebensmittelschwindel ganz legal. Da gibt es den Physalis-Tee, der ganz ohne Physalis auskommt, dafür mit Aroma. Oder die Fertigsauce, die mit “verbesserter Rezeptur” wirbt, obwohl die Zutaten minderwertiger geworden sind. [...]

Interessant ist in dem Zusammenhang auch der Beitrag „Wie Billiglebensmittel der Umwelt schaden – ökologische Folgen weltweiter Lebensmittelproduktion“, den es leider nicht mehr online zu sehen gibt (vielleicht hat ihn ja damals, im Januar, jemand aufgenommen?), so dass wir nur noch den beschreibenden Text lesen können:

Geiz ist geil – auch bei Lebensmitteln. Der Preiskampf führt zu einem gnadenlosen Wettbewerb bei Agrarprodukten, unter dem auch die Umwelt leidet. Verbraucherschützer fordern auf der Grünen Woche ein Umdenken. [...]

[...] Naturgemäß wollen auch Landwirtschaft und Ernährungsindustrie im Lebensmittelsektor den Preiskampf beenden, der von ihnen gerne als “ruinös” bezeichnet wird. Schließlich hängen Gewinne und Arbeitsplätze davon ab. Die Argumente hören sich dabei teilweise ähnlich an wie die der Naturschützer. Die Ziele von Natur- und Agrarlobby sind dennoch meist unterschiedlich.

Zum ersten hört man Folgendes offiziell nie von den mächtigen Verbänden, in denen die großen Erzeuger das Sagen haben: Zu hoch sollen die Preise in der Landwirtschaft auch wieder nicht sein. Denn ab einer gewissen Betriebsgröße kann man selbst mit halbwegs niedrigen Preisen Gewinne erwirtschaften – die kleinen Betriebe, die da nicht mithalten können, hält man sich so vom Leib.

Zum zweiten geht es für Umwelt- und Verbraucherschützer natürlich um mehr als das Geld. So warnt der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) vor den ökologischen Folgen globaler Lebensmittelproduktion. Es drohe die Gefahr eines Dumpingwettbewerbs auf Kosten von Sozial- und Umweltstandards, sagte vzbv-Vorstand Gerd Billen bei der Grünen Woche in Berlin. Statt auf grenzenlose Vielfalt zu setzen, sollten nachhaltig denkende Konsumenten lieber “mehr regionale, saisonale und Bio-Produkte” kaufen. [...]

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Jun
13
2010
2

Wer den Schaden hat…

Eigentlich war es nur eine Frage der Zeit, bis die bemerkenswerte Inkompetenz der BP-Leute im Umgang mit der Ölkatastrophe im Golf von Mexiko auch satirische Reaktionen hervorrufen würde. Zwar ist die Ölpest nichts, worüber man lachen kann, aber nachfolgendes Video von UCBComedy ist schon schön und bringt die Ignoranz des BP-Managements gut auf den Punkt. (Wobei man sich darüber im Klaren sein muss, dass es unangebracht ist, mit dem Finger nur auf BP zu zeigen, da alle Ölkonzerne bei der Förderung des für unsere Wirtschaft so unerlässlich scheinenden Rohstoffs der Umwelt und den Menschen massiven Schaden zufügen.)

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Jun
11
2010
6

Genfood auf dem Tisch und die Folgen des Anbaus

In der letzten markt-Sendung des WDR gab es diesmal zwei bemerkenswerte Berichte, die sich mit der ungewollten Ausbreitung von genmanipulierten Futter- und Lebensmitteln befasste – „Genfood auf dem Tisch?“ und „Genfood: Die Folgen des Anbaus“. Wieder einmal wird deutlich – egal, wie die gesundheitlichen Folgen von solchen Lebensmitteln auch sein mögen –, dass hier Konzern- und Wirtschaftsinteressen vor den Wünschen der Bürger gehen, die mehrheitlich solche Nahrung ablehnen. Erschreckend an dem Film ist auch der Teil über die Folgen des vermehrten Gifteinsatzes für zB Monsanto-Mais, der direkt den Menschen in den jeweiligen Ländern schadet. Von den Folgen für die Regenwälder, die für den stetig wachsenden Futtermittelbedarf gerodet werden, mal ganz zu schweigen. Auch wenn das Rindfleisch von McDonald’s inzwischen aus deutschen Ställen kommen mag, so stammt das Futter eben doch wieder aus Übersee und sorgt dort für einen inakzeptablen Raubbau an der Natur – und das alles nur, damit hierzulande Leute schön billig und möglichst täglich ihre fettigen Burger essen können.

Zwei Drittel aller Deutschen wollen keine gentechnisch veränderten Nahrungsmittel. Doch haben sie überhaupt noch die Wahl? markt-Scanner durchleuchtet das Essen von heute auf Spuren von Gentechnik.

[...] Bei der Tierfütterung ist Gentechnik inzwischen Alltag, berichtet Alexander Hissting von Greenpeace: „Bei Milch, Eiern und Fleisch kann man in der Regel davon ausgehen, dass Gentechnik verfüttert wurde. Nur bei einer kleinen Menge von Produkten, zum Beispiel Bioprodukten oder solchen, die speziell gekennzeichnet sind, wurde auf Gentechnik verzichtet. Ansonsten ist Gentechnik der Regelfall in der Tierfütterung.“

Auch Anbieter von Milchprodukten, die sich besonders naturnah geben, wie Weihenstephan oder Bärenmarke, akzeptieren Gentechnik. Danone und Müllermilch wollen ebenfalls nicht auf Gentechnik verzichten, so das Ergebnis einer Umfrage von Greenpeace. Auch die Firma Kraft (Milka) achtet nicht darauf, dass Gentechnik in der Milch vermieden wird. Dr. Oetker hat nicht zugesichert, auf Gentechnik im Tierfutter zu verzichten. Auch die Hersteller von Lünebest haben bisher keine Anstalten gemacht, auf die Zulieferer entsprechend einzuwirken.[...]

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Jun
10
2010
3

Surftipp: WeGreen – den Konzernen auf der Spur

Letzte Woche stellte ich Euch ja schon die Website KnowMore vor, die es sich zur Aufgabe gemacht hat, all die vielen Kriitkpunkte und Sünden, die Großkonzerne so auf sich vereinen, zu sammeln und im Netz gebündelt zu veröffentlichen. Inzwischen gibt es auch eine deutsche Variante dieser Idee, die das Ganze sogar noch einen Schritt weiter nach vorne denkt – WeGreen bietet in Zusammenarbeit mit barcoo Informationen zu vielen Produkten, die man so im Supermarkt findet, und den dahinterstehenden Unternehmen – und das einfach und mobil (und kostenlos) via Handy. Inwieweit die Informationen auf WeGreen wirklich so kritisch sind wie z.B. bei KnowMore, ist immer die Frage, da gerade die CSR (Corporate Social Responsabilty)-Angaben von Firmen zumindest hinterfragbar sind. Aber im Prinzip ist das eine feine Sache. Am einfachsten ist es natürlich, Produkte großer Hersteller und Anbieterketten von vorneherein zu meiden, damit macht an schon mal wenig falsch. ;)

WeGreen macht die “Nachhaltigkeitsampel” für Sie. Sie wollen wissen ob ein Unternehmen seine Mitarbeiter fair behandelt, sich um die Umwelt kümmert und etwas für die Gesellschaft tut?

Kurz: Sie wollen wissen wie “grün” oder Nachhaltig ein Unternehmen ist.
Um Ihnen diese komplizierte Frage schnell und einfach zu beantworten haben wir WeGreen gemacht. WeGreen sammelt alle umfangreichen, fundierten und glaubwürdigen Bewertungen über die Sozialververantwortung (CSR) der Unternehmen. Diese Bewertungen werden dann objektiv gebündelt und an Sie weitergereicht. Und Sie können Ihre nächste Kaufentscheidung strategisch danach ausrichten.

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Jun
09
2010
4

Fußball-WM: Sponsoren in der Kritik

© JR3, stock.xchng

Versprochen: heute wird das einzige Mal sein, dass ich in einem meiner Blogs die Fußball-Weltmeisterschaft in Südafrika erwähne. Natürlich geht es mir nicht um das Sportliche, nicht mal um den Spektakel-Eventcharakter so eines Großereignisses (dazu ließe sich schon die eine oder andere Überlegung anstellen, beispielsweise wie süchtig unsere heutige Gesellschaft offenbar nach medial hochgeputschten Massenemotionen ist), sondern um die Durchkommerzialisierung durch die ewig gleichen Sponsoren. Denn wie schon vor 4 Jahren gehört z.B. Coca Cola zu den Hauptsponsoren, und wieviel, besser gesagt wenig Cola-Konsum mit Gesundheit und Sport zu tun hat, ist klar.

(EDIT: In der ZEIT findet sich der lesenswerte Artikel „Fußball-Weltmeisterschaft: Am Ende gewinnt immer die Fifa“, der isch ebenfalls kritisch mit dem ganzen Zirkus auseinandersetzt:

Alle sollen von der WM profitieren, versprach die Fifa den Südafrikanern. Das große Geschäft aber machen westliche Konzerne, asiatische Firmen und der Fußballverband selbst. [...]

[...] Der Weltverband aus Zürich schützt seine milliardenschweren Sponsoren, deshalb darf außer ihnen niemand die Symbole, Slogans und Logos des Weltcups verwenden. “Wir haben sogar unsere Nationalflagge an die Fifa verkauft”, schimpft eine Kolumnistin. Eine Art “Markenpolizei” kontrolliert im geheimdienstlichen Stil, ob jemand das Vermarktungsmonopol verletzt. Die Handelskette Metcash musste sogar einen Lollipop aus den Regalen nehmen.

Es war ein kleiner Ball, auf dem 2010 stand. Ausländische Firmen verdienen dafür umso besser. Ein Großteil der Fähnlein, T-Shirts, Kappen, Bälle und all der anderen WM-Artikel wird billig in asiatischen sweatshops produziert und in Südafrika zu horrenden Preisen verkauft. Selbst Zakumi, der kleine grünhaarige Leopard, ist “Made in China”. Die Gewerkschaften drohten, das WM-Maskottchen zu boykottieren, weil es dem Gastland keinen einzigen Arbeitsplatz gebracht hat. [...])

Johannes Pernsteiner von Pressetext Austria gab denn gestern auch eine interessante und passende Pressemeldung zu diesem Thema heraus: „Fußball-WM: Sponsoren im Kreuzfeuer der Kritik“, die ich hier ebenfalls veröffentlichen möchte:

Fußball-WM: Sponsoren im Kreuzfeuer der Kritik
Experten: “FIFA verpasst Chance, für gesundes Leben zu werben”

London/Georgia/Wien (pte/07.06.2010/13:45) – Der internationale Fußballverband FIFA hat sich mit der Auswahl seiner Sponsoren für die Fußball-WM in Südafrika ein Eigentor geschossen. So lautet die Kritik des World Cancer Research Fund WCRF http://www.wcrf.org, in deren Mittelpunkt besonders die Sponsoren Coca Cola, McDonalds und Budweiser stehen. “Würde die FIFA mit gutem Beispiel vorangehen und verkünden, dass sie künftig keine Sponsoren akzeptiert, die für ungesunde Produkte stehen, könnte das der Gesundheit der Menschheit starken Auftrieb geben”, so Teresa Nightingale, Geschäftsführerin der Organisation, gegenüber der BBC.

Verpasste Chance für Kampf gegen Übergewicht

Dass dem Fußball Sponsoren gut täten, die für Gesundheit und aktiven Lebensstil stehen, betont auch Andrea Hofbauer, Vorsitzende des Diätologenverbandes http://www.diaetologen.at gegenüber pressetext. “Fußball erreicht genau die breite Zielgruppe, die sonst nur schwer für Gesundheitsbotschaften angesprochen werden können. Es wäre gelebte Corporate Social Responsibility, wenn auch einzelne Verbände und Sportvereine, die teils bis zu Millionen Fans hinter sich haben, in ihren Grundregeln niederschreiben, dass sie für gesunde Werte stehen.”
Die Kritik sollte zum Nachdenken anregen, welchen Einfluss Werbung für Fastfood und gezuckerte Getränke auf Kinder hat, informiert der WCRF per Blogeintrag. Umgehend antwortete der Internationale Werbeverband IAA http://www.iaaglobal.org , dass Werbung meist nur marginalen Einfluss auf die Ernährung von Kindern habe. Doch selbst in diesem Fall sei, so die WCRF-Retourkutsche, schon ein kleiner richtiger Schritt wichtig, um etwa Übergewicht zu bekämpfen. Für die WM 2014 in Brasilien wird sich freilich noch wenig ändern, denn die Verträge der drei kritisierten Sponsoren reichen noch bis dorthin.

Fernsehwerbung zeigt zuviel Zucker und Fett
TV-Werbung allgemein ist jedoch eher ungesund. Forscher der Atlantic State University http://www.armstrong.edu haben aus 100 Stunden Fernsehprogramm die Werbungen für Nahrung herausgenommen, die Nährwerte der Produkte analysiert und berechnet, wie die tägliche Zufuhr von 2.000 Kalorien auf dieser Basis aussehen würde. Im Vergleich mit offiziellen Empfehlungen enthielt diese Kost 25mal zuviel Zucker und 20mal zuviel Fett, was fatal für Diabetes, Fettsucht und Herzkrankheiten wäre. Zudem erreichte sie nicht einmal die Hälfte der empfohlenen Menge an Gemüse, Obst und Milchprodukten.
Die Ernährungsexpertin Hofbauer gibt zu bedenken, dass das Fernsehen nicht nur über die Werbung auf das Essverhalten einwirkt. “Sehr viele Sendeformate enthalten Botschaften zur Ernährung, auch etwa Spielfilme oder Zeichentrickserien. Das ist ein Problem, kann aber auch eine Chance sein. Ruft etwa Sponge Bob ‘Lecker, es gibt Spinat!’, so hat das nachweisbar Einfluss auf Kinder”, so Hofbauer. Vorteilhaft sei es, wenn Massenmedien die Mündigkeit der Bürger für Nahrungsentscheidungen förderten. Diesbezüglich hofft die Expertin auch auf eine baldige Umsetzung der Kennzeichnungspflicht für Lebensmittel.

Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Johannes Pernsteiner
email: pernsteiner@pressetext.com
Tel. +43-1-81140-316

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Jun
08
2010
2

Schwarz wie Milch – Kurzfilm über Manipulation in den Medien

Den wunderbaren Kurzfilm „Schwarz wie Milch“ von Stefan Kempas, der seine Abschlussarbeit an der seine Bachelorarbeit an der Hochschule Ulm darstellt, habe ich gerade in Michael Wenzls Blog entdeckt. Er befasst sich – durchaus mit einem ironischen Zungenschlag – mit der Beeinflussung unserer Meinung und Weltsicht durch Medien und Reklame:

[...] Wenn die Welt nur noch aus Lügen besteht, dann wird die Wahrheit das Ein- zige sein, was niemand mehr glaubt. Ein schöner Satz, oder? Drehen wir ihn mal um. Wenn die Welt nur noch aus Wahrheiten besteht, erkennt niemand mehr die Lüge. Funktioniert auch. Nur weil man einen Satz mit „Ja“ beant- worten kann, bedeutet es nicht, dass er deiner Meinung entsprechen muss. Wir leben in keiner schwarz weißen Welt. Manipulation funktioniert aber nach diesem stupiden Prinzip. Wer sich informiert wird eine eigene Meinung haben. [...]

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Jun
06
2010
0

Weise Worte (21)

„Wenn praktisch jeder Aspekt unseres Seins zu einer bezahlten Aktivität wird, wird das menschliche Leben selbst das ultimative kommerzielle Produkt, und die kommerzielle Sphäre wird die letzte Herrin über unsere persönliche und kollektive Existenz.“

Jeremy Rifkin, „Access. Das Verschwinden des Eigentums“

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Jun
04
2010
5

Surftipp: KnowMore – das umfassende Sündenregister der Großkonzerne

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Als ich mit dem Konsumpf-Blog begann, wollte ich eine Art Plattform schaffen, in der all die Infos über die Konzernumtriebe, die Konsumenten zum Umdenken und Anderskaufen bewegen könnten, gesammelt werden. Einige Ansätze findet Ihr oben unter der Rubrik Wissensbasis, aber da es schon ein ziemlich großer Aufwand ist, täglich Informationen aus der Welt des Wirtschaftswahnsinns zu sammeln und zu präsentieren, ist selbige Basis noch nicht so sonderlich breit. Zum Glück ist aber schon lange vor mir auf eine ähnliche Idee gekommen – KnowMore.org heißt die amerikanische Website (die deshalb einen besonderen Fokus auf global operierende und US-Firmen legt), deren Motto „Question your goods. Vote with your wallet“ andeutet, dass sie vergleichbare Absichten verfolgen wie ich – Menschen zum Nachdenken über ihre Konsumgewohnheiten zu bringen und dafür zu sorgen, dass große Konzerne mit ihren Schandtaten nicht davon kommen, indem man trotzdem ignorant weiter ihre Produkte kauft oder ihren Reklamekampagnen glaubt:

Mission Statement

We are a grassroots, web-based community dedicated to chronicling and resisting corporate attacks on democracy, worker’s and human rights, fair trade, business ethics and the environment. Our shared goal of a more informed and conscious consumer is being accomplished via this website: a vast database of easily searchable corporate and political info designed to aid responsible citizens, progressive thinkers and activists.

We are not affiliated with any political party, candidate, or PAC in any way. Our primary objective is to provide an independent, objective source of information to our readers about some of the most crucial, contested topics of our time.

Short Term Goal

The most immediate goal of Knowmore.org is to provide detailed information and ratings for a broad enough base of companies and products that our ‘search’ feature can be readily used by consumers everywhere. Once this goal has been realized, first-time users will be able to enter the name of the products, companies, services and brands they buy into our search bar and immediately Know More. In this way, Knowmore.org can be a major force in changing how people use their purchase power.

So findet sich auf KnowMore wirklich eine Vielzahl von Verstößen und Kritikpunkten an bekannten Unternehmen – wenn man z.B. das ellenlange Sündenregister von Unternehmen wie Shell oder ExxonMobile (Esso) liest, kann einem schon schlecht werden. Dass diese Firmen nicht schon längst geschlossen und abgewickelt wurden, ist moralisch kaum zu vertreten… Aber auch eine breite Palette anderer ist verteten – das reicht von Adidas über Chiquita bis hin zu Pepsi (leider endet die Liste beim Buchstaben P, was darauf hinweist, dass die Site dieser Tage ein wenig brachliegt). Fairerweise listet KnowMore aber auch die Punkte auf, in denen sich die Konzerne um mehr Transparenz etc. bemühen (auch wenn manches davon sicher eher PR-Zwecken dient als echter Überzeugung entspringt; sag ich mal so dreist). Wer möchte kann sich auch die Knowmore Firefox-Extension installieren, die einem immer, wenn man auf der Website einer der gelisteten Firmen ist, die entsprechenden Infos dazu anzeigt. Das sollte dann abschreckend genug sein, um diesem Unternehmen zukünftig die kalte Schulter zu zeigen. :-)

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