Nov
18
2009
2

Wohlstand ohne Wachstum

743382_milk_over_pavementGerade im Moment, wo einem alle Parteien das Mantra des ewigen Wachstums als Lösung der Menschheitsprobleme einzubläuen versuchen, ist es angezeigt, sich aus dem gleichgeschalteten Medienbrei auszuklinken und ein wenig weiter als nur bis zur nächsten Legislaturperiode zu denken. „Wer in einer begrenzten Welt an unbegrenztes Wachstum glaubt, ist entweder ein Idiot – oder ein Ökonom“, wie schon Kenneth Boulding (selbst ein Ökonom) richtig feststellte (und man könnte noch „… oder ein Politiker“ hinzufügen). Im letzten Greenpeace Magazin stellte sich Niko Paech, ebenfalls Wirtschaftswissenschaftler, die Frage, wie ein „Wohlstand ohne Wachstum“ möglich ist – ich empfehle, diesen Artikel zu lesen, denn er zeigt einen in fünf Schritte aufgeteilten Weg auf, wie wir eine Wirtschaft erreichen, die uns nicht die zukünftige Lebensgrundlage entzieht und zerstört. Zu diesen Punkten gehören eine Reduzierung des Konsumniveaus, eine bessere Balance zwischen Selbst- und Fremdversorgung, mehr Regionalökonomie und auch eine Boden- und Geldreform – es geht also um eine tiefgreifende, grundlegende Umgestaltung dessen, was wir heute unter Wirtschaften verstehen. Ganz anders, als das unsere Parteien mit ihren Flickenteppich„lösungen“ vorbeten…

(…) Welche Reaktionen würde wohl die Ankündigung eines Automobilherstellers auslösen, demnächst ein Fahrzeug ohne Rückwärtsgang und Bremse produzieren zu wollen? Vermutlich Gelächter. Oder Kopfschütteln. Komisch, dass eine solche Reaktion nicht auch den meisten Ökonomen und Wirtschaftspolitikern entgegengebracht wird. Denn dieselbe Absurdität liegt dem üblichen volkswirtschaftlichen Denken zugrunde; mehr noch: Das ganze Entwicklungsschema moderner Gesellschaften basiert auf der Grundannahme, Fortschritt sei ausschließlich ein Akt der Addition und nur bei ständigem Wachstum möglich.

Selbst die Nachhaltigkeitsdiskussion kurvt in diesem Fahrwasser. Dank technischer Innovationen, so das ständig rezitierte Mantra, könne man Wirtschaftswachstum von Ressourcenverbrauch und Umweltschäden abkoppeln. Die Bündnisgrünen ziehen mit einem „Green New Deal“ in den Wahlkampf: Anstrengungen etwa im Klimaschutz – so ihr Versprechen – würden die deutsche Industrie auf wachsenden Zukunftsmärkten positionieren. Doch eine solche Nachhaltigkeitsdiskussion immunisiert die vorherrschenden Lebensstile gegen jede Mäßigung. Nicht das exzessive Wechselspiel zwischen Fremdversorgung und Selbstverwirklichung als solches wird hinterfragt, sondern nur dessen Objekte – der Durst nach immer mehr soll künftig bloß durch „bessere“ Produkte oder Dienstleistungen befriedigt werden. So wird sogar die Nachhaltigkeit zu einem Wachstumsstimulus, denn irgendetwas findet sich immer, das durch additive Maßnahmen zu reparieren oder zu verbessern wäre – und wenn es die Umwelt ist… Aber diese Rechnung geht nicht mehr auf. (…)

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Nov
17
2009
5

Lebensmittel: Milliarden im Müll

Dass Deutschland zu den Ländern in Europa gehört, in dem Lebensmittel relativ gesehen mit am billigsten sind, wundert nicht, wenn man an das sich hierzulande besonders pestilenzartig ausbreitende Discountersystem denkt. Die Folgen sind aber auch unübersehbar, nämlich die Verschwendung von wertvollen Ressourcen – viele Lebensmittel wandern einfach auf den Müll, oft direkt vom Supermarkt in den Container, weil eine Packung angestoßen ist o.ä. Die WDR-Sendung markt brachte unlängst einen Bericht über das „Containern“ und ließ dabei sogar konsum- und systemkritische Töne dabei durchblicken (leider ist die gelungene kritische Anmoderation des Beitrags nicht mit bei YouTube archiviert) – „Lebensmittel: Milliarden im Müll“  (YouTube-Link):

Nach Berechnungen der Gesellschaft für Konsumforschung landen pro Haushalt jedes Jahr Lebensmittel im Wert von etwa 387 Euro im Müll. Das entspräche etwa zehn Milliarden Euro bundesweit. Handel und Verbraucher sind gefordert.

Nachts in einer deutschen Großstadt: Jan Kummerfeldt und Onur Sahin wühlten in einer Tonne auf dem Parkplatz eines Lebensmitteldiscounters. Die Ausbeute hier: einige Kilogramm Tomaten und Paprika sowie Granatäpfel. Die seien durchaus noch essbar, fanden sie. Ein- bis zweimal im Monat gehen sie auf Tour in ihrer Stadt. Nicht aus Not tun sie das, sondern aus Überzeugung: „Wenn ich sehe, dass die Granatäpfel Tausende von Kilometern transportiert wurden, um sie hier wegzuwerfen, dann ist das ein Irrsinn“, sagt Onur Sahin. Die beiden sind scharfe Kritiker der Wegwerf- und Überflussgesellschaft. Sie haben die Initiative gegen die Vernichtung von Lebensmitteln mitbegründet. Ziel ist es, das Thema öffentlich zu machen. (…)

Wer ist schuld?
Unter den Discountern tobt ein Preiskrieg. Die Lebensmittelpreise sinken immer weiter. Das sei eine Spirale nach unten, die irgendwo eine Grenze finden müsse, so Wolfgang Twardawa. Das sei nicht unbedingt eine populäre Einstellung, aber 100 Gramm Schweinebauch für 22 Cent, das könne nicht sein. Wenn etwas so billig sei, animiere der Handel den Verbraucher dazu, mehr zu kaufen, als er benötige. Und: „Wenn ein Lebensmittel so billig ist, dann hat es für den Verbraucher auch keinen Wert“, sagt der Vertreter der Großbäckereien Helmut Martell. (…)

Dazu passt auch dieser Artikel in der neuen ZEIT sehr gut – „Recycling: Abfall ist Nahrung“, in dem es um Michael Braungarts Cradle-to-Cradle-Ideen und -Konzepte geht:

(…) Der 51-jährige Chemiker und Umweltvisionär nutzt jede Gelegenheit, sich darüber auszulassen, wie viel in Sachen Umweltschutz in Deutschland falsch läuft. »Hier herrscht ein Ökologismus! So wie der Sozialismus nie sozial war, werden hier nur Scheinlösungen umgesetzt.« Deutschland und die EU erweckten mit ihren kleinteiligen Regulierungen und Grenzwerten zwar den Eindruck, etwas für den Umweltschutz zu tun. In Wirklichkeit optimierten sie nur falsche Systeme.

Braungart dagegen will das System richtig umbauen. Seine Idee: Produkte sollten am Ende ihres Lebens nicht mühsam entsorgt, aufbereitet oder verbrannt werden, sondern so konzipiert sein, dass sie sich mühelos in anderer Form weiterverwenden lassen. »Cradle to Cradle«, von der Wiege zur Wiege, so nennt er dieses Konzept, das er zusammen mit dem amerikanischen Architekten William McDonough vor acht Jahren entwickelt hat. (…)

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Nov
15
2009
2

BAYER: Protest gegen neue Kohlekraftwerke

Keine Zeit, keine Zeit – deshalb nur diese interessante Pressemitteilung der Coordination gegen Bayer-Gefahren (ja, auch der nette Chemieriese aus Leverkusen gehört zu den großen Umweltsündern):

———————————-

BAYER: Protest gegen neue Kohlekraftwerke
7. Dezember: Aktion in Leverkusen zum Start der UN-Verhandlungen / Aktivisten in zehntägigen Hungerstreik getreten / „CO2-Schleudern verhindern!“

Kritiker des BAYER-Konzerns kündigen für den 7. Dezember eine Mahnwache vor der Zentrale des Unternehmens in Leverkusen an. Hiermit wollen sie gegen den geplanten Bau neuer Kohlekraftwerke in mehreren BAYER-Werken protestieren. Am selben Tag werden in Kopenhagen die UN-Verhandlungen zum Klimaschutz beginnen.

Philipp Mimkes von der Coordination gegen BAYER-Gefahren: „Die in den BAYER-Werken geplanten Steinkohlekraftwerke würden Klima und Umwelt bis in die zweite Hälfte des Jahrhunderts schwer belasten und gleichzeitig notwendige Investitionen zugunsten regenerativer Energien blockieren. Wir fordern von BAYER eine glaubhafte Energie-Wende”. Der Konzern emittiert inklusive seiner Energie-Zulieferer rund acht Millionen Tonnen Kohlendioxid pro Jahr.
Mimkes kritisiert auch die heutigen Aussagen von BAYER-Chef Wenning zum Thema Nachhaltigkeit: „Die von Werner Wenning angekündigten „Beiträge zum Klimaschutz“ sind reine Augenwischerei, sollte der Konzern an seinen Plänen zum Bau neuer Kohlekraftwerke festhalten. Die Kohlendioxid-Emissionen allein des Krefelder Kraftwerks wären mehr als zehnmal so hoch wie die von BAYER angekündigten Effizienzgewinne“.

Allein das in Krefeld geplante Kohlekraftwerk, das von der BAYER-Tochterfirma Currenta betrieben werden soll, würde jährlich 4,4 Mio Tonnen CO2 sowie große Mengen Feinstaub, Stickoxide und Schwefeldioxid ausstoßen. Auch in den BAYER-Werken Brunsbüttel und Antwerpen sollen riesige Kohlekraftwerke gebaut werden. Die Anlagen würden mit Kohle aus Übersee befeuert werden. Die Stadt Antwerpen votierte Ende Oktober wegen der gravierenden Umweltschäden gegen das Projekt im dortigen BAYER-Werk.

Einige Teilnehmer der Mahnwache vom 7. Dezember werden im Rahmen der internationalen Aktion Climate Justice Fast  in einen eintägigen Hungerstreik treten. Schon anlässlich der Vorbereitungsgespräche zum Klimagipfel in Barcelona sind am vergangenen Wochenende eine Reihe von Aktivisten in befristete und unbefristete Hungerstreik-Aktionen getreten, darunter Axel Köhler-Schnura und Christiane Schnura von der Coordination gegen BAYER-Gefahren, die zehn Tage lang auf Nahrung verzichten werden. „Es muss dringend etwas geschehen”, so Axel Köhler-Schnura. „Für die Banken standen Billionen zur Verfügung, für die Verhinderung der ökologischen Katastrophe so gut wie nichts. Wie immer werden die Konzernprofite nicht angetastet. Damit muss Schluss sein.”

Weitere Informationen:
Climate Justice Fast: www.climatejusticefast.com
Klima-Emissionen  von BAYER: www.cbgnetwork.de/1485.html
Coordination gegen BAYER-Gefahren: www.CBGnetwork.org

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Nov
14
2009
3

Radiotipp: Wer braucht schon Geld?

Heute Abend um 18:05 bringt Deutschlandradio Kultur ein spannendes Feature mit dem Titel „Wer braucht schon Geld? Alternative Wirtschaft im Selbstversuch“ (Wiederholung am 30. November o:05 Uhr):

Geld ist schnell. Schnell weg. Ob man zuviel davon hat oder zu wenig, immerzu macht es Sorgen. Doch niemand kommt ohne Geld aus. Es sei denn, man tauscht!

Ich zeige dir, wie du italienische Pasta selber machen kannst und du bringst mir Gitarrespielen bei. Die Autorin meldet sich bei einem Tauschring an, trifft dort auf einen Gitarrenlehrer und auch auf die Fragen: Wozu brauchen wir eigentlich Geld? Woher kommt Geld? Und würde unsere arbeitsteilige Gesellschaft ohne Münzen und Scheine wirklich zusammenbrechen? Gibt es ernst zu nehmende Visionen von einer Welt ohne Geld? Beispiele aus Japan, den USA und der Gemeinde Wörgl in Tirol lassen hoffen – in Zeiten der Krise.

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Nov
13
2009
6

Aldi – System der Angst

Als Abschluss meiner kleinen Woche der „Discounter-Information“ möchte ich heute noch auf einen brandaktuellen Artikel im Spiegel hinweisen – „System der Angst“ (pdf), der sehr klar macht, dass Aldi mitnichten der „gute Discounter“ im Heer der ganzen schwarzen Schafe ist, sondern dass das generelle Discount-Prinzip GRUNDSÄTZLICH aktiv gegen den Menschen und seine (langfristigen) Bedürfnisse gerichtet ist. Nur die (niedrigen) Kosten stehen im Fokus der Macher – kosten sie (den Rest der Welt), was sie wollen! Wer also dort einkauft, obwohl er sich auch andere Geschäfte leisten könnte, unterstützt dies direkt und belohnt diese Herren auch noch für ihr Treiben… Und wie ich schon mal schrieb, ist die Ausbeutung der MitarbeiterInnen nur ein Teil des ganzen perfiden Systems. (Ich verweise auch noch auf den ausführlichen Kommentar des Bloglesers Insider hier bei mir: >> hier.)

(…) Die gelernte Einzelhandelskauffrau hatte keine Vorbehalte gegen den Discounter, als Arbeitgeber bekam Aldi bislang vergleichsweise gute Noten. Im Mai vergangenen Jahres fing sie an. Mittlerweile hat sie ihre Illusionen verloren. “Das Unternehmen geht genauso miserabel mit seinen Mitarbeitern um wie andere Discounter auch”, bilanziert die 37-Jährige. “Es kann die Defizite nur besser kaschieren.” (…)

Übrigens wird die Doku „Aldi – Mutter aller Discounter“ am 12.12. um 22:30 Uhr auf Phoenix noch einmal ausgestrahlt!

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Nov
12
2009
4

Der Autowahn: Todesfalle A1

Wer für die nächste Diskussion mit einem FDPler ein paar neue Argumente gegen die vermeintliche Allheilmacht der Privatisierung einstmals öffentlicher Güter braucht, der sollte sich den noch einige Tage beim NDR online verfügbaren Bericht „Todesfalle Autobahnbaustelle: Enge Fahrspuren führen zu vielen Unfällen“ anschauen, in dem es um das Teilstück der A1 zwischen Bremen und Hamburg geht, welches inzwischen teilprivatisiert ist. Dass der unglaubliche Schwachsinn mit dem Schwerlastverkehr ein eigenes Thema ist, ist klar, denn was da in unserer Konsumgesellschaft an sinnlosem Zeug durch die Lande gekarrt wird, nur damit einige Idioten französisches Wasser an der Nordsee und bayerische Kondensmilch in Hamburg schlürfen können, steht in keinem Verhältnis zum „Nutzen“.

(…) Doch das ist gegen die Interessen der A1Mobil. Jeder Lkw bringt Maut in die Kassen des privaten Betreibers. Jetzt vermuten Kritiker des Projekts, die Lkw würden deshalb nicht mit Empfehlungen und orangefarbenen Umlenkpfeilen weiträumig von der Baustelle fern gehalten. “Hier wird die Einnahmeerwartung des Betreibers höher gewichtet als das Interesse daran Unfälle zu vermeiden”, meint der unabhängige Raumplaner Gerhard Joksch.

Um die Unfallzahlen zu senken, hat die zuständige Niedersächsische Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet: Elektronische Stauwarnanlagen, Verkehrsüberwachung per Video und extra für diese Baustelle kreierte Verkehrsschilder, die zum “versetzt Fahren” in den engen Abschnitten auffordern. Doch das bezahlt nicht etwa die Betreiberfirma, die für die Gestaltung der Baustelle verantwortlich ist. “Einen Großteil bezahlen wir, also der Bund, weil diese zusätzlichen Maßnahmen nicht im Vertrag geregelt waren”, räumt Heiko Gerken von der Landesbehörde in Verden ein.

Der Steuerzahler wird also zur Kasse gebeten, aber was da sonst noch alles im Vertrag geregelt ist und wie hoch die Maut-Einahmen der A1Mobil GmbH sind, das erfährt er nicht. “Bei den Verträgen handelt es sich um privatrechtliche Verträge, die nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind”, teilt uns die A1mobil GmbH auf Anfrage mit. (…)

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Nov
11
2009
2

Fernsehtipp: Eco-Crimes

Heute läuft ausnahmsweise mal wieder was Interessantes im Fernsehen – die dreiteilige Dokureihe „Eco-Crimes – Verbrechen gegen die Natur“. Die ARD sendet heute ab 23 Uhr eine 90 minütige Zusammenfassung der drei, jeweils 45 Minuten langen Teile, und im WDR werden alle drei Teile – „Ozonkiller“, „Tibet-Connection“ und „Piratenfischer“ am Montag, den 23.11. ab 22 Uhr hintereinander weg ausgestrahlt.

Aus Anlass der UN-Klimakonferenz in Kopenhagen widmet sich das WDR-Fernsehen dem Thema Umwelt mit einem brisanten Dreiteiler: eco-crimes. Das organisierte Verbrechen hat ein neues Betätigungsfeld. Experten nennen es in einem Atemzug mit Waffen- und Drogenschmuggel. Milliardengeschäfte zu Lasten des Kostbarsten, was die Natur zu bieten hat. Schwarzhandel mit dem Teuersten, das Umweltgesetze verbieten. Die vielen internationalen Abkommen zum Schutz der Umwelt wiegen die Öffentlichkeit in trügerischer Sicherheit. Sie können nicht verhindern, dass die schützenden Schichten der Atmosphäre durchlöchert, Meere leer gefischt und ganze Tierarten ausgerottet werden. Es mangelt nicht an neuen Paragraphen, sondern am politischen Willen, bestehende Gesetze und Konventionen auch durchzusetzen. Es fehlt an Kontrolleuren, Ausrüstung und Geld, um den Umweltverbrechern das Handwerk zu legen.

Diese dreiteilige Filmreihe dokumentiert zum ersten Mal, wie inter-national operierende Netzwerke von Wilderern, Piraten, Schmugglern und Kartellen über die Schätze der Natur herfallen und dadurch die natürlichen Lebensgrundlagen bedrohen. “eco-crimes” zeigen aber auch, wie engagierte Menschen den Kampf gegen diese Umwelt-Mafia aufgenommen haben: hartnäckige Zollbeamte, mutige Fischereikontrolleure, entschlossene Staatsanwälte und vor allem die Mitarbeiter regierungsunabhängiger Umweltschutzorganisationen, die “undercover” recherchieren und dabei ihr Leben riskieren. Mit ihrer Unterstützung sowie anhand von Gerichtsakten, Verhörprotokollen und Zeugenaussagen zeichnet jede Folge einen authentischen Fall von “eco-crimes” nach. Einen, der uns alle betrifft: der Handel mit verbotenen Chemikalien, die die Ozonschicht zerstören – die illegale Fischerei auf den Weltmeeren – das Geschäft mit seltenen Tierarten.

Die Filme sind das Ergebnis einer über dreijährigen Recherche der Filmemacher Heinz Greuling und Thomas Weidenbach. Die Dreharbeiten fanden rund um den Globus statt. Die Filmemacher konnten auf seltene und zum größten Teil noch nie im Fernsehen gezeigte Beweisvideos von Behörden, dem Militär und Umweltdetektiven zurückgreifen. Einige Szenen der Filme wurden aufwendig nachgestellt, an den Originalschauplätzen und mit Hilfe der echten Ermittler, die selber vor der Kamera mitwirken.

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Nov
10
2009
5

Weise Worte (16)

Billig ist nicht gut genug

Es gibt kaum etwas auf dieser Welt, das nicht irgend jemand ein wenig schlechter machen und etwas billiger verkaufen könnte, und die Menschen, die sich nur am Preis orientieren, werden die gerechte Beute solcher Machenschaften.

Es ist unklug zuviel zu bezahlen, aber es ist noch schlechter, zuwenig zu bezahlen.

Wenn wir zuviel bezahlen, verlieren wir etwas Geld, das ist alles. Wenn wir dagegen zu wenig bezahlen, verlieren wir manchmal alles, da der gekaufte Gegenstand die ihm zugedachte Aufgabe nicht erfüllen kann.

Das Gesetz der Wirtschaft verbietet es, für wenig Geld viel Wert zu erhalten. Nehmen wir das niedrigste Angebot an, müssen wir für das Risiko, das wir eingehen, etwas hinzurechnen.

Und wenn wir das tun, dann haben wir auch genug Geld, um etwas Besseres zu bezahlen.

John Ruskin
(Engl. Sozialreformer 1819–1900)

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Nov
09
2009
1

Nuking the climate – Strahlendes Klima

Atomstrom ist ja – entgegen den Phrasen von gewissen, derzeit an der Regierung seienden Parteien und den mit ihnen verbandelten Energiekonzernen – alles andere als ein „sauberes Geschäft“. Gerade der radioaktiv Abfall macht die Stromproduktion auf diese überholte und veraltete Weise gefährlich und gerade im Hinblick auf zukünftige Generationen nicht tolerierbar. Das dachten sich auch das junge Team von „Nuking the climate – Strahlendes Klima“, die aus Sorge um die Umweltschäden durch Atomkraftwerke nicht nur eine eigene Website ins Leben gerufen, sondern auch den aufklärenden Dokumentarfilm „Uranium is not a country – Eine Spurensuche nach der Herkunft von Atomstrom“ gedreht haben, den man sich auch kostenlos im Netz anschauen kann (wer das Projekt unterstützen möchte, kann sich auch die DVD bestellen und Vorführungen organisieren).


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Nov
08
2009
6

Die Geschichte des Geldes

kenwai-falschgeldWann immer Kritik an unserem Wirtschaftssystem laut wird, schafft es ein Aspekt erstaunlich oft, unter dem Radar hindurchzuschlüpfen: die Problematik unseres Geldsystems. Auch im Studium wird darüber, wo das Geld eigentlich her kommt und was WIRKLICH dahinter steht, nur am Rande gestriffen. Dabei ist gerade die Zinsproblematik die treibende Kraft, die hinter vielen wirtschaftlichen Malaisen steht. Umso verwunderlicher, dass auch keine Partei sich dieses Themas im politischen Feld annimmt, um dort wenn nicht für direkte Änderungen, so doch wenigstens für etwas mehr Bewusstsein bei den Bürgern zu sorgen. Aber zum Glück gibt es Menschen, die sich intensiv mit der Thematik auseinandersetzen – beispielsweise per Film („Money as debt – Geld als Schuld“ oder „Der Geist des Geldes“), oder per Buch.

Als Ergänzung zu ihrem neuen Buch „Falschgeld – Die Herrschaft des Nichts über die Wirklichkeit“, Anfang Oktober im EWK-Verlag erschienen, veröffentlicht Samirah KenawiDie Geschichte des Geldes“ als kostenlosen pdf-Download. Zwar wird die Thematik auch in dem Buch abgehandelt, doch findet sich dort nur eine verkürzte Version – damit der Leser aber auch den kompletten Überblick über die Entwicklung des Geldes (von der manch einer kaum eine Ahnung hat – selbst im VWL- oder BWL-Studium wird dies nicht ernstlich thematisiert) erhält, dürfen wir uns diese Ausführungen gratis herunterladen und am Bildschirm durchlesen. Mit stolzen 74 Seiten ist diese Online-Ergänzung eigentlich schon selbst ein kleines Büchlein für sich.

>> Download des Kapitels „Geschichte des Geldes“

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