Dez
31
2008
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Tschüß 2008

Nun ist es also wieder soweit – ein ganzes Jahr, mit einem Mal vorbei. Zumindest beinahe. Zeit, Rückschau zu halten. Statt vieler Worte will ich dabei nur auf den durchaus gelungenen satirischen Jahresrückblick des Toll!-Teams vom ZDF verweisen, der uns vor Augen führt, wieviel Bescheuertes im Jahre 2008 so alles passiert ist. Manches hätten wir sonst fast vergessen…

Und statt der sicherlich mit Floskeln und Durchhalteparolen vollgestopften realen Neujahrsansprache der Kanzlerin empfehle ich lieber Dieter Deglers fiktive Neujahrsansprache der Kanzlerin in der Süddeutsche Zeitung: „Die ungehaltene Rede der Angela Merkel“:

Ich denke deshalb über eine vorbeugende Krisensteuer nach, damit wir künftig jederzeit jede gewünschte Summe für jede Branche aufbringen können. Bis wir das gegen die letzten Fortschrittsverhinderer, die es überall in der Politik gibt, durchgesetzt haben, müssen wir allerdings vorübergehend mehr Schulden machen. Das klingt jetzt wieder schlimmer als es ist – und in Wirklichkeit merken Sie davon gar nichts.

Denn erstens ist das ja für einen guten Zweck, nämlich die wunderbaren Rettungsschirme, die meine Regierung überall aufstellt, wo es in der Krise reinregnet. Und zweitens muss Sie das überhaupt nicht bekümmern. Denn diese Mehrschulden zahlen ja nicht Sie zurück, sondern unsere Kinder und Enkel, von denen ich ja bekannterweise leider keine habe. (…)

Und die beste Nachricht last but not least: Im kommenden Jahr dürfen Sie meine Partei und mich schon wieder wählen – in vielen Landesparlamenten und im Bundestag. Freuen Sie sich drauf und vergessen Sie den Wahlspruch meiner Kabinettskollegen nicht: Wir sind das Volk.

In diesem Sinne wünsche ich allen Lesern und Nicht-Lesern meines Blogs einen guten Rutsch!

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Dez
30
2008
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Am Rande beobachtet, kritische Edition

Wo Licht ist, da ist auch Schatten, und den will ich in meinen heutigen Randbeobachtungen nicht aussparen. Im als-ob-leben?-Blog macht sich der Autor grundlegende kritische Gedanken zur aktuellen Lage und Situation, gerade auch im Angesicht der „Finanzkrise“, die von vielen Mainstreammedien noch arg verniedlicht wird. Gerne wird dort ja auch der Eindruck vermittelt, dass die Politik, unsere Regierung, alles im Griff habe und planvoll handele. Und die Kinder bringt der Weihnachtsmann…:

wenn man sich in diesen tagen quer durch den mainstream von print- und onlinemedien arbeitet, so ist die polarisierung im angesicht des kommenden jahres 2009 nicht zu übersehen – während auf der einen seite wahlweise bilder von scharfkantigen eisbergen, unermesslichen abgründen und verheerenden großbränden dominieren (die durch die krise generierten bilder werden hoffentlich in bälde einmal von psychohistorikern näher betrachtet werden), lässt sich die verfassung der anderen seite auf einen begriff bringen: “crisis? what crisis?” und allerhöchstens wird eine – inzwischen immerhin von “klitzeklein” auf “etwas größer” mutierte – rezession zugestanden, nach der aber “alles wieder so sein wird wie vorher”.

letzteres lässt sich mit halbwegs funktionierenden wahrnehmungsfähigkeiten nur als drohung begreifen. weiter mit dem zwang zum exponentiellen wachstum, weiter mit der umverteilung von unten nach oben, mehr konsum, mehr straßen, mehr autos, mehr müll. und vor allem mehr psychophysisches elend bei der ungebremsten expansion der dingwelt. das ist nicht nur der wunsch der “eliten”, sondern auch derjenige ihrer medial sedierten und konsum als sinnstiftend empfindenden braven untertanen, für deren idealtypische form das wort “ich-ag” die am treffendsten auf den punkt bringende metapher darstellt.

horst_koehlerIn die gleiche Kerbe, also der Verdrängung und Verharmlosung, schlug auch unser Bundespräsident Horst Köhler in seiner an Weltfremdheit kaum zu überbietenden Weihnachtsansprache – da darf sich niemand über Politikverdrossenheit wundern. Entsprechend hart gehen einige Blogs auch mit ihm & seiner Rede ins Gericht. Duckhome drückt es direkt aus: „Köhler, halt’s Maul“, die NachDenkSeiten widmen diesem „Phänomen“ gleich zwei Beiträge: „Köhlers Weihnachtsansprache: Beliebig und belanglos“ und „Bundespräsident Köhler stützt die Propaganda der Regierenden, statt dem Volk mit einem ehrlichen Wort beizuspringen“:

Insbesondere Horst Köhler muss wegen seiner engen Verflechtung mit diesem Milieu [der Finanzwelt] gewusst haben, dass sich die Hauptverantwortlichen der Bundesregierung, nämlich Bundeskanzler Schröder, Bundeswirtschaftsminister Clement und der damalige Bundesfinanzminister Eichel zu Beginn des Jahres 2003 mit den Spitzenvertretern der Finanzwirtschaft trafen.
Schon damals, zu Beginn des Jahres 2003 hatten die Verantwortlichen in der Bundesregierung mit den Spitzen der Banken und der Versicherungswirtschaft darüber beraten, wie man die Kredite notleidender Banken auf eine Auffanggesellschaft, eine so genannte „Bad Bank“ auslagern, bündeln und als Wertpapiere verpacken und weiterverkaufen könnte. Damals wurde beraten, der Staat solle als Entlastung für die Risiken einstehen und eine Garantie abgeben.
Schon damals war also erkennbar, dass es riesige Risiken gibt und schon damals gab es das unverschämte Begehren, solche von privaten Wirtschaftssubjekten erzeugten Risiken auf uns Steuerzahler abzuladen.
Ein in Finanzfragen bewanderter und eng mit der Finanzwirtschaft verflochtener Bundespräsident musste auch diesen Vorgang kennen.

Ach ja, die Wirtschaftskrise, dieses Thema wird uns 2009 sicher ordentlich in Atem halten. In England gab es zum Jahresende noch mal einen richtigen Kaufrausch, da viele Kaufhäuser Rabatte von bis zu 90% anboten. Dennoch, die Aussichten auch in Großbritannien sind düster: „Torschlusspanik“:

In Großbritannien wird gewarnt, dass der Konsumrausch zum Jahresende zur Verödung der Einkaufszonen führen könnte. Gegenwärtig scheint die Maxime des guten, also systemstabilisierenden Handelns zu sein, möglichst viel zu konsumieren. Wer kauft, dient der Gesellschaft oder deren Wirtschaftssystem, das gilt auch für Vorschläge, wie die Konsumkraft der Menschen verbessert werden kann. Egal was, Hauptsache, der Laden läuft, und Morgen ist ein anderer Tag. Das ist Panik, vor allem eine Panik, die nichts besser macht, denn der bedingungslose Konsum, das Leben auf Pump, das Schwelgen in hohen Renditen, hat schließlich die Krise hervorgebracht.

Woolworth muss trotzdem ein Viertel seiner Häuser schließen, andere Ketten folgen oder sind bereits gefolgt, die Preise sollen weiter fallen, die Verluste steigen. Ende des nächsten Monats dürfte jedes zehnte Geschäft in den Einkaufsstraßen der Städte leer stehen, wird gewarnt. Die Schulden der Geschäfte und Ketten steigen, die Gewinne sinken.

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Dez
30
2008
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Am Rande beobachtet, erfreuliche Edition

Man könne ja schier verzweifeln in diesen Zeiten, wenn man sich in der Welt so umschaut. Doch zum Glück gibt es auch Entwicklungen und Anregungen, die nach vorne zeigen. So hat der österreichische landscaping-Blog „10 Schritte zu einem zukunftsfähigen Lebensstil für Einsteiger“ zusammengestellt. Hier befasst sich der Autor mit der Frage, was wir heute konkret tun können, um umzudenken und unser Tun & Handeln im „banalen Alltag“ nachhaltiger zu gestalten. Für manche dürften diese skizzierten Schritte schon selbstverständlich sein, aber es sind dennoch auch neue Anregungen enthalten.

dog-1123262Sehr Erfreuliches gibt es auch aus der Schweiz zu berichten – seit Neuestem gelten dort die weltweit schärfsten Tierschutzgesetze, die sogar gegen die Lobbys einiger Tierhalterverbände durchgesetzt wurden.

Zum Beispiel dürfen Meerschweinchen, Kaninchen und Vögel nur noch paarweise gehalten werden. Hundebesitzer müssen mit ihrem Liebling einen Kurs absolvieren, um die Grundbedürfnisse des Tieres kennenzulernen. Kühe haben ein Anrecht auf mindestens 90 Tage Freigang im Jahr und dürfen nicht länger als zwei Wochen am Stück im Stall stehen. Kälber dürfen nur noch in Gruppen großgezogen werden. Pferde, Schafe und Ziegen müssen Blickkontakt zu Art­genossen haben.

Minipanzer, also die sog. SUVs oder auch Geländewagen, sind bekanntlich eine im wahrsten Sinne des Wortes große Pest – hässlich, spritschluckend, gefährlich für alle anderen Verkehrsteilnehmer. Sie symbolisieren natürlich gut die voranschreitende Ignoranz einer Gesellschaft, in der nur der eigene Vorteil zählt und man gerade mal von 12 Uhr bis Mittag denkt. Um so erfreulicher, dass u.a. die „Finanzkrise“ jetzt den Niedergang dieser Teile einzuläuten scheint. Telepolis berichtet vom nahenden „Ende der SUVs“:

… scheint nun das Ende der SUVs gekommen zu sein, jener spritfressenden und schweren Angeberautos, mit denen manche Kleingeister mit ihrer gewünschten Größe und Durchsetzungskraft auch ihre Gleichgültigkeit gegenüber Umwelt- und Klimafragen demonstrieren wollten. Der Markt für normale Autos ist dieses Jahr in den USA “nur” um 16 Prozent eingebrochen, der für SUVs um 40 Prozent. Da wird mancher bislang stolzer Besitzer Schwierigkeiten haben, seine plötzlich zum Dinosaurier gewordene Kiste noch gebraucht loszuwerden.

Der Spiegel schreibt süffisant „Anti-Allrader-Bewegung: Dresche für den SUVosaurus“:

Inzwischen ist Allradler-Verunglimpfung ein Breitensport. Seit der Absatz von SUVs einbricht, schmieren auch die Sympathiewerte dieser Autogattung ab. Der größtmögliche Geländewagen, so die bei vielen Menschen neuerdings vorherrschende Überzeugung, ist akut vom Aussterben bedroht. (…) Vielmehr zeigt es, dass nicht der Spritpreis dem Allradler den Garaus machen wird, sondern der Mangel an gesellschaftlicher Akzeptanz und das soziale Stigma, welche neuerdings mit dem Fahren dieser Autos verbunden sind.

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Dez
29
2008
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Atomstromfreies Internet

Oh oh, das geht ans Eingemachte… Wer nur zu Hause sitzt und die Welt via Internet erlebt, lebt doch eigentlich ein relativ CO2-neutrales Leben? Leider nicht wirklich. Zwar verbraucht der eigene PC oder Mac nicht unbedingt übermäßig viel Strom (hängt natürlich vom Modell ab), aber wer hat schon einmal darüber nachgedacht, welche Energiemengen benötigt werden, um die Infrastruktur des Netzes, die ganzen Server etc., am Laufen zu halten? Das Greenpeace Magazin brachte zu diesem Thema vor einer Weile den interessanten Artikel „Stromfresser Internet – Verbrauch lässt sich halbieren”. Dort wird vorgerechnet:

Allein die Suchmaschine „Google“ – bei der täglich etwa 280 Millionen Anfragen eingehen – läuft auf 450.000 Servern, schätzt Jonathan Koomey von den Lawrence Berkeley National Laboratories. Der Wissenschaftler hat jetzt den Stromverbrauch der Server weltweit überschlagen: 123 Milliarden Kilowattstunden waren es 2005. Nach anderen Schätzungen könnte der Verbrauch dieses Jahr bei 208 Milliarden Kilowattstunden liegen – das entspricht der Leistung von 23 Atomkraftwerken.

(…) Die gute Nachricht: Die Einsparpotenziale sind enorm. Der Energieverbrauch der deutschen Server ließe sich durch effiziente Technologien – etwa durch eine bessere Kühlung der Server – binnen vier Jahren halbieren, ergab eine Studie im Auftrag des Bundesumweltministeriums. Jeder Betreiber kann zudem einfach auf Ökostrom umsteigen.

Doch auch jeder User kann etwas für die Verbesserung der Energiebilanz beim Surfen tun – beispielsweise statt seine kostenlose E-Mail-Adresse bei einem „normalen“ Anbieter zu haben, der seinen Strom aus Atomkraft oder Kohle bezieht, empfiehlt sich der Wechsel zu einem Anbieter mit Ökostrom. Auf der Website Atomstromfreies Internet könnt Ihr Euch z.B. schnell, einfach und kostenlos eine Mailadresse bei Greenpeace Energy/Solar Generation sichern.

atomstromfreies-internet

Wer selbst einen Blog oder eine Website betreibt, sollte darauf achten, einen Webhoster zu wählen, der auf „grüne Energie“ setzt (siehe auch den Beitrag „Anbieter von ökologischem Webhosting“ bei Nachhaltig beobachtet). Aber aufgepasst: auch hier lauern Fallstricke. So wirbt beispielsweise die Domainfactory mit klimaneutralem Hosting, doch wer genau hinliest, erkennt, dass die Server ganz normal wie immer betrieben werden, das Unternehmen dafür eine Kompensationszahlung an ein Klimaprojekt in Indien leistet (vergleichbar mit dem Vorgehen vieler Fluglinien). Das ist zwar besser als nichts, dennoch erscheint es mir sinnvoller, gleich direkt beim Energieverbrauch des Providers anzusetzen – echtes „green hosting“ bieten zum Beispiel Host Europe oder NetRoom an. Eine (nicht vollständige) Übersicht findet Ihr auch bei Ecologee.net.

Übrigens hat die Computerzeitschrift Chip gerade ein eigenes Sonderheft zum Thema Nachhaltigkeit, Energiesparen und Klimaschutz im IT-Bereich namens „Die grüne Ausgabe“ herausgebracht, das mir durchaus ganz interessant erscheint.

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Dez
28
2008
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Buchtipp: Lobby Planet Berlin

logo_lobbyplanet-berlin_140Heute rühre ich mal ein wenig die Werbetrommel, aber natürlich für etwas Sinnvolles – der Förderverein LobbyControl, eine „Initiative für mehr Transparenz und Demokratie“, hat es sich zur Aufgabe gemacht hat, den Lobbyisten in unserem Land verstärkt auf die Finger zu schauen und ihre Versuche zu dokumentieren, die Politik im Sinne jeweiliger Interessensgruppen (und zum Schaden der meisten Bürger) zu beeinflussen. Nun hat der Verein den Lobby Planet Berlin herausgebracht, ein 168seitiges Buch mit vielen Infos darüber, wo einzelne Interessensvertretungen sitzen und was sie so bezwecken.

Der Lobby Planet Berlin führt anhand von 55 Stationen anschaulich in den Berliner Lobbydschungel ein. Er stellt Ihnen zahlreiche Lobbyorganisationen, Kampagnen und Netzwerke vor und erläutert ihre Methoden und Tricks.

Dabei geht es nicht immer zimperlich zu. Zahlreiche Beispiele von der Finanzlobby über die Tabakindustrie bis zur Klimapolitik machen anschaulich, wie unethische Lobbypraktiken, privilegierte Zugänge und Machtungleichgewichte demokratische Prozesse untergraben.

Bestellen kann man dieses erhellende Buch für 7,50 € + Porto direkt beim Verein, Neumitglieder erhalten es gratis.

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Dez
28
2008
4
Dez
27
2008
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Miro – Demokratisch fernsehen

Wer heutzutage den Fernseher anschaltet, muss auf der Suche nach halbwegs gehaltvollem Inhalt durch jede Menge visuellen Schund & Schrott waten. Selbiger wird in verblödender, von Reklame zerfressender Manier durch die vielen Privatsender – die wiederum einigen wenigen großen Medienkonzernen verpflichtet sind – tagtäglich nonstop ausgestrahlt. In meist etwas geschickter verpackter, dennoch (bzw. gerade deswegen) oft ebenso der Des- bzw. Pseudoinformation und Einlullung dienenden Weise finden wir solche „Inhalte“ auch zuhauf im öffentlich-rechtlichen Sendebereich (niemand, der z.B. Polittalkshows wie von Anne Will o.ä. sieht, sollte sich der Illusion hingeben, hernach irgend etwas Substantielles über ein Thema erfahren zu haben). Ist Fernsehen also letztlich demokratieschädlich, weil nur gemainstreamte „Informationen“ ausgestrahlt werden, die die Menschen vom Bilden eigener, nicht vorformatierter Meinungen abhalten (sollen)? Wie schwierig es ist, mit Anliegen abseits der ökonomischen Verwertungslogik Gehör zu finden, erlebt beispielsweise auch Kalle Lasns Adbusters Magazine, das versucht, ihre aufklärerischen Uncommercials bei einzelen Sendern unterzubringen und regelmäßig abblitzt.

Es geht aber auch anders. Das Internet befreit denjenigen, der möchte, schon seit einiger Zeit von der tumben Beschallung mit Einheitssoßen-Radio, weil man hier eine riesige Auswahl an kostenlosen und werbefreien Inernetsendern finden kann. Auch im TV-Bereich ist Rettung in Sicht – der gratis erhältliche Open Source Miro TV-Player soll Fernsehen zu einer demokratischeren Angelegenheit machen. Die Website Solidarische Ökonomie schreibt zu diesem interessanten Projekt:

Mit dem Open Source Media Player Miro hat die Zukunft des offenen Fernsehens begonnen. Der Mediaplayer ist ein Produkt der Participatory Culture Foundation, die sich die Demokratisierung des Mediums Fernsehen zur Aufgabe gemacht hat. Über 3400 verschiedene Kanäle können derzeit über Miro abgerufen werden.

Mehr als 100 Kanäle widmen sich sozialen Bewegungen und zeigen Bilder von Aktionen, die man im konventionellen Fernsehen nicht zugesicht bekommt. Auch zu Wissenschaft, Technik und Kultur sind interessante Kanäle zu finden.

>> Zur Miro-Website

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Dez
26
2008
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Weise Worte (2)

„Der moderne Kapitalismus braucht Menschen, die in großer Zahl reibungslos funktionieren, die immer mehr konsumieren wollen, deren Geschmack standardisiert ist und leicht vorausgesehen und beeinflußt werden kann. Er braucht Menschen, die sich frei und unabhängig vorkommen und meinen, für sie gebe es keine Autorität, keine Prinzipien und kein Gewissen – und die trotzdem bereit sind, sich kommandieren zu lassen, zu tun, was man von ihnen erwartet, und sich reibungslos in die Gesellschaftsmaschinerie einzufügen; Menschen, die sich führen lassen, ohne daß man Gewalt anwenden müßte, die sich ohne Führer führen lassen und die kein eigentliches Ziel haben außer dem, den Erwartungen zu entsprechen, in Bewegung zu bleiben, zu funktionieren und voranzukommen. […] Jeder glaubt sich dann in Sicherheit, wenn er möglichst dicht bei der Herde bleibt und sich in seinem Denken, Fühlen und Handeln nicht von den anderen unterscheidet.“

(Erich Fromm, Die Kunst des Liebens, 8. Auflage, S. 100f.)

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Dez
25
2008
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Feldversuch mit genmanipulierten Kartoffeln / Cholera-Genen verhindern

Pressemitteilung des Umweltinstituts München vom 23. Dezember 2008, die ich an dieser Stelle gerne weiter verbreite, denn es geht um einen mal wieder unglaublich leichtfertig und gefährlich klingenden Plan der Genforschung… – eine Mustereinwendung gegen diese Pläne könnt Ihr Euch HIER als pdf herunterladen.

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Böse Überraschung zu Weihnachten:

Cholera-Gene auf ostdeutschen Äckern

Die Universität Rostock will genmanipulierte Pharma-Kartoffeln anbauen

München, 23. Dezember – Die Universität Rostock will von 2009 bis 2012 einen Freilandversuch mit genmanipulierten Kartoffeln in Ostdeutschland durchführen. Die Pflanzen sollen Arzneimittel produzieren. Einen entsprechenden Antrag hat heute das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) veröffentlicht.

Einem Teil der Pflanzen wurden Gene des Cholera-Bakteriums eingebaut. Sie sollen einen Impfstoff bzw. ein Impfstoff-Hilfsmittel herstellen. Andere Gen-Kartoffeln sollen einen Impfstoff gegen die Kaninchenseuche RHD produzieren, eine weitere Linie den Stoff Cyanophycin. Dieser könnte laut Antrag der Universität Rostock, der dem Umweltinstitut München vorliegt, in der Bau- oder Waschmittelchemie eingesetzt werden. Der Versuch soll an den Standorten Üplingen (Sachsen-Anhalt) und Thulendorf (Mecklenburg-Vorpommern) durchgeführt werden. In Üplingen sollen die Pharma- Kartoffeln sogar in einem Gentechnik-Schaugarten wachsen und ohne besondere Sicherheitsvorkehrungen unter anderem Schulklassen gezeigt werden.

Das Umweltinstitut München lehnt den Anbau genmanipulierter Pharma-Pflanzen strikt ab und fordert von Landwirtschaftsministerin Aigner und dem ihr unterstellten BVL als Genehmigungsbehörde, das geplante Experiment der Universität Rostock zu unterbinden. Nach Ansicht von Andreas Bauer, Gentechnikexperte beim Umweltinstitut München, ist es ausgeschlossen, im Freiland die Kontrolle über gentechnisch veränderte Pflanzen zu behalten. Eine Kontamination der Lebensmittelkette durch Pharmazeutika produzierende Pflanzen sei daher nicht auszuschließen. „Pharma-Pflanzen haben nichts auf dem Acker zu suchen, zumal wenn der öffentlich zugänglich in einem Gentechnik-Schaugarten liegt. Die Sicherheit unserer Lebensmittel darf durch die riskante Ausweitung der Agro-Gentechnik nicht noch weiter gefährdet werden“, so Bauer.

Harald Nestler, Vorstand beim Umweltinstitut München, kritisiert zudem den Zeitpunkt des Auslegungsbeginns: „Es ist ein Skandal, dass die Auslegungs- und Einwendungsfrist einen Tag vor Weihnachten beginnt. Das legt den Verdacht nahe, dass hier klammheimlich und ohne großes Aufsehen ein hoch brisanter Versuch durchgewinkt werden soll. Ministerin Aigner muss die Serie der gentechnikfreundlichen Entscheidungen ihrer Behörde endlich stoppen und dem Schutz von Gesundheit und Umwelt Geltung verschaffen.“ Nestler ruft zu Protestschreiben an Landwirtschaftsministerin Aigner und zu Einwendungen gegen das geplante Experiment bei der zuständigen Genehmigungsbehörde auf. Eine E-Mail-Protestaktion sowie eine Mustereinwendung stellt das Institut unter der Adresse www.umweltinstitut.org/cholerakartoffel zur Verfügung.

Dass der Widerstand gegen riskante Experimente mit Pharma-Pflanzen in Deutschland erfolgreich sein kann, zeigt der massive Protest gegen Freilandversuche in den vergangenen Jahren. Mehr als 100.000 Menschen haben sich an den Aktionen des Umweltinstituts München gegen genmanipulierte Pflanzen beteiligt. 75.000 Einwendung allein gegen genmanipulierte Pharma-Erbsen in Gatersleben (Sachsen-Anhalt) hatten dazu geführt, dass das freisetzende Unternehmen, die Novoplant GmbH, in der Folge keine Geldgeber mehr fand. Es musste zu Beginn des Jahres 2008 Insolvenz anmelden.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an das:
Umweltinstitut München e.V.
Andreas Bauer
Tel. (089) 30 77 49-14
ab@umweltinstitut.orgDiese E-Mail Adresse ist gegen Spam Bots geschützt, Sie müssen Javascript aktivieren, damit Sie es sehen können

[via]

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Dez
24
2008
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Fröhliche Weihnacht und so

Auf Grund des bevorstehenden Heiligabends gibt es heute lediglich zwei eher heiter-besinnliche Beobachtungen am Rande. Zum einen dieses schöne Fundstück von Google Trends – amüsant zu sehen, wie gegenläufig sich die Suchbegriffe Kekse (blaue Kurve) und Abnehmen (rote Kurve) gerade zur Weihnachtszeit und in den Tagen danach entwickeln. Manchmal erzählt einem Statistik mehr über eine Gesellschaft als 1000 Worte:

kekse-vs-abnehmen

Und hier noch für alle Unentschlossenen das ultimative und absolut unverzichtbare Last minute-Weihnachtsgeschenk: der Mactini.

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