Jul
21
2019
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Tiere essen – Vortrag von Richard David Precht

Gerade bin ich auf diesen großartigen Vortrag von Richard David Precht gestoßen, der in vielerlei Hinsicht perfekt zu den Themen meines Blogs passt.

In seinem Vortrag „Tiere essen“ beim BIOTOPIA Festival „EAT“ diskutiert Philosoph und Autor Richard David Precht unser Verhältnis zu Tieren.

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Okt
21
2018
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Minimalismus – Wie werde ich die ganzen Sachen los?

Es ist schon eine Weile her, dass ich hier im Blog etwas gepostet habe, aber heute möchte ich Euch einen (schon etwas älteren) Beitrag des Magazins Puls zum Thema Minimalismus ans Herz legen:

Minimalismus liegt im Trend! Der Begriff steht für einen alternativen Lebensstil ohne viel Materielles. Nur, wohin mit all dem Zeug? Wie wird man all sein Zeug am sinnvollsten los? Minimalimus hinterfragt, ob wir wirklich so viel brauchen, wie wir besitzen! Wir stellen uns die Frage: Könnten wir so leben? Was bringt’s? Und wie setze ich Minimalismus um?

Wir shoppen und shoppen und wollen immer das Neueste haben. Kleidung, Deko für die Wohnung oder das Zimmer, Kosmetik… 10.000 Dinge besitzt ein Deutscher im Durchschnitt – unvorstellbar, oder? Aber brauchen wir den ganzen Kram wirklich?? Wir fragen uns, ob man sich mit weniger besser fühlt, und stellen euch Möglichkeiten vor, wie ihr euren Krempel sinnvoll los werdet.

Minimalismus-Anhänger versuchen durch Konsumverzicht ein selbstbestimmteres und erfüllteres Leben zu führen. Es geht darum, sich von allen überflüssigen Dingen zu trennen und nur das zu besitzen, was er wirklich für den Alltag braucht. Das beginnt beim Ausmisten des Kleiderschranks und zieht sich durch den ganzen Alltag durch. Nur die wichtigsten Alltagsgegenstände werden Teil des Lebens.

Und dazu noch Teil 2, Minimalismus im Selbstversuch (generell gibt es mittlerweile bei YouTube eine Menge Videos zu dem Thema, da offenbar doch so einige Menschen mal kritisch ihr Konsumverhalten hinterfragen):

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Nov
05
2014
5

Schluss mit schnell – Alternativen zur Turbo-Konsumgesellschaft

Ich weiß, dass ich hier im Konsumpf oft an diesem und jenem herumkritisiere und auch viel tendenziell Deprimieredes gepostet habe. Darum gibt es nun zur Abwechslung eine sehr aufbauende Dokumentation von Arte, die den Titel „Schluss mit schnell“ trägt. Absolut sehenswert!

Die globalisierte Beschleunigung hat uns alle fest im Griff. Verantwortlich für diese Geschwindigkeit ist die unkontrollierte Entwicklung von Wissenschaft, Technik und Wirtschaft. Wir sind in einem Zustand permanenten Zeitdrucks. Doch überall auf der Welt verweigern sich immer mehr Menschen dem allgegenwärtigen Stress. Eine Ode an das selbstbestimmte Leben.

Immer schneller, immer effizienter, immer rentabler – was haben wir aus der Zeit gemacht? Die Zeit scheint sich dem allgemeinen Maß des Geldes nicht mehr entziehen zu können. Wir sind in die Ära der Beschleunigung eingetreten, in die Ära der Norm gewordenen Unverzüglichkeit. Aber zu welchem Preis? Im Finanzwesen und in der High-Tech-Branche führt der immer größere Zeitdruck zu ökologischen, wirtschaftlichen und sozialen Katastrophen.

Doch es gibt eine Gegenbewegung: Weltweit haben Frauen und Männer beschlossen, sich auf einem Planeten mit begrenzten Ressourcen dem Diktat der Dringlichkeit zu widersetzen. In Europa, Lateinamerika, den USA und Indien gibt es Initiativen einzelner Personen und Vereine, die nach Wegen suchen, um zu einem Umgang mit der Zeit zurückzufinden, der Aufmerksamkeit, Geduld und Sinnhaftigkeit ermöglicht.

Wer sind diese neuen Rebellen, die einen anderen Rhythmus vorleben, um eine fruchtbare Beziehung mit der Zeit wiederzuentdecken? Das Barefoot College in Indien zum Beispiel bildet Tausende von Frauen aus ländlichen Gebieten in der Herstellung von Solartechnik aus. Auch Versuche der Entglobalisierung können zur Entschleunigung beitragen: Die Städte Romans-sur-Isère und Bristol führen eine Alternativwährung ein, um das tägliche Leben wieder lokaler zu gestalten. Und im amerikanischen Ithaca haben Landwirtschafts- und Kreditgenossenschaften bereits bewiesen, dass sie die Wirtschaft lokal verankern können.

Als Gegenmodell zum Wettlauf um Zeit und Rentabilität könnten diese Alternativen beispielhaft für die Welt von morgen sein. Im Grunde sind sie die praktische Umsetzung der kritischen Analysen von Philosophen, Soziologen, Wirtschaftswissenschaftlern und Forschern wie Pierre Dardot, Rob Hopkins, Geneviève Azam und Bunker Roy.

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Jul
30
2014
4

Konferenz für eine bessere Welt

Ja, ich weiß, ich sollte mal wieder ein bisschen was hier im Blog schreiben – mache ich heute einfach mal, indem ich Euch auf eine interessante  Veranstaltung am 7. September in Hamburg hinweise:

Konferenz für eine bessere Welt

Am 7. Sep­tem­ber ist es soweit: Die welterste Kon­fe­renz für eine bes­sere Welt. Von uns. Für euch. Sei dabei und denke, träume, lerne, wandle und netz­werke einen Tag lang gemein­sam mit ande­ren noto­ri­schen Welt­ver­bes­se­rern, Idea­lis­ten und SozialromantikerInnen.

1 Tag – 1000 The­men, Träume und Taten

Am Sonn­tag, den 7. Sep­tem­ber 2014, wol­len wir mit euch im Haus 73 in Ham­burgeinen Tag lang kon­kret und krea­tiv wer­den: Unter den Aspek­ten DENKEN, TRÄUMEN, LERNEN, WANDELN und NETZWERKEN gibt’s Debat­ten, Work­shops und Aktio­nen für diese unsere schöne Welt – die beste, die wir haben!

Den­ken, träu­men, ler­nen, wan­deln, netzwerken

Einen gan­zen Tag lang geht es um Men­schen, Ideen, Visio­nen, Pro­jekte und Aktio­nen für eine bes­sere Welt. Warum dann noch diese fünf Aspekte? Ganz ein­fach: Wenn wir die Welt ver­än­dern, fol­gen wir einem typi­schen Entwicklungspfad.

  1. Zuerst erken­nen wir, dass etwas anders lau­fen oder wir etwas anders machen soll­ten. Wir wer­den uns über etwas bewusst. Wir den­ken, debat­tie­ren und fin­den unsere Posi­tio­nen – des­halb das DENKEN.
  2. Wenn wir erkannt haben, was wir anders machen möch­ten, dann müs­sen wir uns erst mal über­le­gen, wie es denn statt des­sen aus­se­hen soll… Wir träu­men von einem bes­se­ren Zustand, einer bes­se­ren Hand­ha­bung etc. Wir ent­wi­ckeln eine Vision und Ziele – des­halb das TRÄUMEN.
  3. Haben wir unsere Vision und unsere Ziele erkannt, kön­nen wir los­le­gen. Wir wol­len sie errei­chen, aber wie? Das müs­sen wir erst mal ler­nen, mit so man­chen Hin­der­nis­sen, Geg­nern, Nie­der­la­gen, aber auch Erfol­gen – des­halb das LERNEN.
  4. Und wenn wir dann schließ­lich rea­li­siert haben, was wir uns erträum­ten, wenn wir unsere Vision ver­wirk­licht und unsere Ziele erreicht haben, dann ver­än­dern wir die Welt (hof­fent­lich zum bes­se­ren!) – des­halb das WANDELN.
  5. Wir alle befin­den uns in die­sem Zyklus: zur glei­chen Zeit mit ver­schie­de­nen The­men in unter­schied­li­chen Sta­dien. Des­halb ist Gemein­schaft für uns so unheim­lich wert­voll: Wir kön­nen die schwie­ri­gen und unsi­che­ren Pha­sen des Den­kens und Ler­nen über­ste­hen, weil wir Vor­bil­der und Men­to­ren haben. Wir kön­nen von ande­ren ler­nen. Theo­re­tisch (den­kend) oder prak­tisch (han­delnd, wan­delnd) – des­halb das NETZWERKEN. Es ist die Basis für alle vier oben genann­ten Phasen.
Wan­del führt in der Regel zu einem neuen Bewusst­sein und der Kreis­lauf geht von vorne los: Den­ken, träu­men, ler­nen, wandeln!

Die The­men­räume

Damit für jeden etwas bei der Kon­fe­renz dabei ist, haben wir vier ver­schie­dene The­men­räume eingerichtet:

1 – TALK ROOM: DENKEN

Im Talk Room wird es einen Talk-Marathon geben: 4,5 Stun­den lang (mit Pau­sen natür­lich!). In die­ser Zeit wol­len wir mit Hilfe der Szenario-Technik und Euch, gela­de­nen Exper­ten und Enthu­si­as­ten in den ver­schie­de­nen The­men­be­rei­chen von www.fuereinebesserewelt.info bespre­chen: Wo gibt es wel­che Pro­bleme, Her­aus­for­de­run­gen und Chan­cen? Wie sähe ein Worst-Case- und ein Best-Case-Szenario aus?

2 – UTOPIA ROOM: TRÄUMEN

Hier geht es darum Träume, Ziele und Visio­nen zu ent­wi­ckeln: Für Dich per­sön­lich, für Deine Gruppe/Community und für die ganze Welt (Gesell­schaft) über die Gren­zen des Schub­la­den­den­kens hin­aus. Beglei­tet wer­det Ihr dabei von Manuela Bosch (Theory U), Nadja Petra­novs­kaja (Create Your Year Camp) und Vanessa Boy­sen sowie Rai­ner Sachs (Huma­nist Lab).

3 – HOW-TO-ROOM: LERNEN

Wer schon ein Pro­jekt für eine bes­sere Welt am lau­fen hat und Input gebrau­chen kann, der ist hier genau rich­tig. Hier wird es den Tag über drei ver­schie­dene Ses­si­ons geben, um Ideen aus der Crowd zu sam­meln (mit Eli­jah Eilert von der Cool Ideas Society) und das Pro­jekt wei­ter­zu­ent­wi­ckeln (etwa mit­tels Design Thinking).

4 – CHANGE ROOM: WANDELN

Bei der Kon­fe­renz für eine bes­sere Welt wird aber kei­nes­wegs nur gequatscht. Wir wol­len auch kon­kret etwas tun! Dafür ist in die­sem Raum Platz. Der­zeit ist ein Food­shar­i­ment geplant, bei dem geret­tete Lebens­mit­tel künstlerisch-experimentell gewürzt und mit kol­lek­ti­ver Weis­heit gespickt ver­ar­bei­tet wer­den. (Wei­tere Ideen sind an die­ser Stelle übri­gens noch willkommen!).

Wir sehen uns!

Wir freuen uns sehr, dass die Reso­nanz bis­her so über­wäl­ti­gend posi­tiv ist und freuen uns ganz enorm auf die­sen Tag. Sei auch Du dabei, um tolle Men­schen ken­nen­zu­ler­nen, eini­ges Neues zu erfah­ren, zu erfin­den und zu ler­nen – und die Welt gemein­sam mit uns ein klei­nes Stück­chen bes­ser zu machen!

>> weitere Infos auf der Website

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Mai
05
2014
10

Gefährliche Geheimnisse – Das Freihandelsabkommen

Diese Dokumentation von 3sat solltet Ihr Euch auf jeden Fall mal anschauen – sie zeigt, was das sog. „Freihandelsabkommen“ für die EU-Bürger bedeuten würde, und auch, welche Schäden die Gentechnik, namentlich Monsanto, in den USA schon jetzt anrichtet. Gruselig! Aber die Menschheit schaufelt sich sehenden Auges ihr eigenes Grab…

Wie USA und EU den Freihandel planen: In diesen Wochen verhandeln die USA und die EU hinter verschlossenen Türen über ein Freihandelsabkommen, das 2015 in Kraft treten soll. Die Geheimverhandlungen bedrohen massiv die Rechte der Bürger in Europa.

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Apr
02
2014
8

Freihandelsabkommen: Riskante Pestizide durch die Hintertür?

Momentan herrscht hier ja ein wenig Ruhe im Blog, aber als ich diesen Beitrag der WDR-Sendung markt gesehen habe, wurde mir so blümerant, dass ich ihn mit Euch teilen will. Man beachte mal wieder die ungerührte Abgefeimtheit der Lobbyisten, in diesem Falle mal nicht nur vom „Erzfeind“ Monsanto, sondern auch von Bayer und BASF… „Freihandelsabkommen: Riskante Pestizide durch die Hintertür?

Verbraucher sind verunsichert: Wird das geplante Freihandelsabkommen mit den USA den Verbraucherschutz schmälern? Derzeit sind manche Pestizide in Europa verboten, andere könnten in Zukunft nur noch in geringerem Maße eingesetzt werden. Doch wenn Brüssel die Vorsorgestandards verschärft, bedeutet das für deutsche Chemie-Unternehmen vor allem eins: Geschäftsverlust. Beeinflussen also deren Lobbyisten die Verhandlungen um das Abkommen, um ihre Produkte doch noch auf den Markt zu bringen?


US Farmer Larry Hoobler wird im Frühjahr grünen Mais auf seinen Feldern aussäen. Grün ist der Mais, weil er mit einem Insektizid gegen Würmer gebeizt ist, hergestellt von der deutschen Firma Bayer. Richtig angewandt sei das ein völlig sicheres Verfahren. „Ich hab Vertrauen in diese Technik. Sie ist ausgereift und lange getestet“, sagt Hoobler. Im Winter liegt auf seiner Farm Schnee, im Sommer wird dort meterhoch der Genmais stehen, modifiziert  mit  Gentechnik, GMO wie sie dort sagen. Der Genmais ist resistent gegen einen bestimmten Unkrautvernichter.

90 Prozent Mais und 93 Prozent Soja stammen in den USA aus genverändertem Samen. Damit machen in den USA zwei deutsche Firmen hervorragende Geschäfte: Bayer und BASF. Und sie hätten einen Plan: „Bayer und BASF agieren in den USA und wollen nun in dem geheimen Handelsabkommen zwischen den USA und der EU das erreichen, was ihre Lobbyisten in Europa nicht geschafft haben“, sagt Jaydee Hanson.

Kann das sein? Das Insektizid, das Farmer Hoobler einsetzt, heißt Poncho. Es ist weltweit ein Bestseller der Firma Bayer. In den USA ist es zugelassen und  in Europa vorsorglich verboten, weil es für das Bienensterben mitverantwortlich gemacht wird. Und genau dagegen zieht Jay Vroom zu Felde. Er ist Präsident von Croplife. In Croplife sind die größten Agrarkonzerne der Welt organisiert Monsanto, Dow, Syngenta und die großen deutschen Firmen  Bayer und BASF – eine mächtige Lobby.  „Den europäischen Farmern stehen jetzt schon nur noch 50 Prozent der Pflanzenschutzmittel zur Verfügung, die wir in den USA einsetzen können. Nun ich bin glücklich mit dem Essen in den USA, das gleiche gilt sicher auch in Europa“, so Vroom

Das sieht Britta Reuther anders. Sie lebt seit 20 Jahren in New York und zeigt uns, was die Theken in einem ganz normalen Supermarkt hier so hergeben. In den USA darf das Mastvieh mit Wachstumshormonen behandelt, das Hack zur Desinfektion radioaktiv bestrahlt und das Huhn gechlort werden. Und wenn Britta wissen will, ob in den Cornflakes genveränderter Mais drin ist, dann sucht sie diesen Hinweis auf der Packung vergebens. In Europa gelten da andere Standards.  Nein, hier will sie nicht einkaufen. „Wenn ich in einen normalen Supermarkt gehe, dann muss ich davon ausgehen, dass alle Produkte oder 80 Prozent der Produkte in irgendeiner Weise behandelt worden sind oder versetzt sind“, sagt Reuther. (…)

 

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Mrz
14
2014
13

Die Masche der Discounter – Billig-Eier

Dass ich nichts vom zerstörerischen Geschäftsmodell der Discounter halte, dürfte langjährigen Lesern meines Blogs inzwischen bekannt sein. Zu viel Schaden richtet der Billigwahn, das Preis-Gedrücke von Aldi, Lidl & Co. in der Umwelt und der Gesellschaft an. In der NDR-Sendung Markt gab es neulich einen schönen Beitrag, der am Beispiel der Eier-Produktion zeigte, wie die Billigbuden ihre Zulieferer und Landwirte in einen ruinösen Preiskampf treiben, unter dem nicht zuletzt die Tiere leiden, die schon jetzt in der Massentierhaltung unter unwürdigen Bedingungen als reines Produktionsmittel und nicht mehr als Lebewesen gelten. „Billig-Eier vom Discounter“:

Zur Freude vieler Verbraucher liefern sich einige Discounter zurzeit eine Preisschlacht bei Eiern. Aber wer profitiert von den Niedrigpreisen? Markt über die Hintergründe.

 

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Mrz
03
2014
8

Steht das System des Wirtschaftswachstums vor dem Kollaps?

Vor einigen Tagen lief, gut versteckt im Nachtprogramm, auf Phoenix ein höchst interessantes Gespräch mit dem Professor Reinhard Loske zum Thema Wirtschaftswachstum, Nachhaltigkeit, der Unsinnigkeit des BIP und den systemimmanenten Problemen unseres Wirtschaftens. Sehr spannend!

Immer mehr Wachstum, vor allem in der Wirtschaft. Dieses Ziel verfolgen heutzutage zahlreiche Menschen. Nicht so Reinhard Loske. Als Professor für Politik, Nachhaltigkeit und Transformationsdynamik an der Universität Witten/Herdecke und Autor des Buches „The Good Society without Growth“, setzt sich Loske kritisch mit dem Wunsch auseinander, immer mehr zu wollen. Das Wirtschaftswachstum sei nicht unerlässlich für eine funktionierende Gesellschaft.

Im Dialog mit Michael Krons macht sich der ehemalige Fraktionssprecher der Grünen stark für den Aufbau einer zukunftsfähigen Gesellschaft, in der Nachhaltigkeit sowie Ressourcenschutz und Energiewende den Kern politischer Diskurse und der Wissenschaft bilden.

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Feb
25
2014
5

Wem gehört die Welt? Wachstum durch Teilen

Ich weiß, ich mache mich aktuell ziemlich rar hier im Blog, aber wie vermutlich jeder, der selbst bloggt, aus eigener Erfahrung kennt: je länger die Pause ist, die man zwischen zwei Beiträgen eingelegt hat, desto schwerer fällt es einem, dann auch mal wieder was zu schreiben… Heute jedenfals tauche ich mal kurz wieder aus der Versenkung auf, um Euch die 3sat-Dokumentation Wem gehört die Welt? Wachstum durch Teilen zu empfehlen, in der es um Gemeingüter (Commons) geht und um das Thema der Unterwerfung aller Ressourcen unter das Marktprinzip, das scheinbar unufhaltsam ist.

Die Gemeingüter sind zurück: Menschen tauschen und teilen wieder, ob Wohnungen, Autos, Haustiere oder Kleider. Gemeinsam beackern sie Brachflächen in der Stadt oder engagieren sich dafür, Wasser und Strom wieder in Bürgerhand zu bringen. Forscher streiten für die Zugänglichkeit des Wissens im Netz, Künstler stellen ihre Werke als „Creative Commons“ der Allgemeinheit zur Verfügung. Was macht Gemeingüter heute so attraktiv? Sind sie eine Antwort auf die Ressourcen-Konflikte der Zukunft?

Gemeingüter entstehen aus der Kooperation ihrer Nutzer, sie sind selbstorganisiert. Schon immer haben Menschen gemeinsam knappe Naturressourcen wie Flüsse, Wälder oder Fischgründe bewirtschaftet und sie damit über Generationen erhalten. Auf den Almen in der Schweiz funktioniert das seit Jahrhunderten. Die Wirtschafts-Nobelpreisträgerin Elinor Ostrom hat die Grundprinzipien für solche „Commons“ aufgezeichnet. Sie hat bewiesen, wie gut Menschen zusammenarbeiten – jenseits von Staat und Markt. Ein dritter Weg, der jetzt von vielen wieder entdeckt wird, etwa angesichts von Landgrabbing und Patenten auf Lebewesen. Denn heute bieten sich durch Internet und Digitalisierung ganz neue Möglichkeiten globaler Kooperation, wie die Internet-Enzyklopädie Wikipedia zeigt.

Die Dokumentation „Wem gehört die Welt? Wachstum durch Teilen“ stellt eine neue Form der Nutzung von Gemeingütern vor.

Mit Gemeingütern befassen sich am Donnerstag, 20. Februar, im Rahmen von „Wissenschaft am Donnerstag“ zwei weitere Sendungen: Um 20.15 Uhr hinterfragt die Dokumentation „Mein Auto, kein Auto!“, ob das eigene Auto ein Auslaufmodell ist, und um 21.00 Uhr diskutiert Gert Scobel mit seinen Gästen über das Thema „Gemeingüter“.

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Jan
21
2014
11

Zeit zu entgiften

Dieser schöne Kurzfilm von GreenpeaceDetox! Zeit zu entgiften“ – passt prima zur Thematik meines Blogs, deshalb will ich ihn Euch auch ans Herz legen. (Ja, ich weiß, dass man an Greenpeace auch Kritik üben kann, aber das schmälert die Aussage des Films nicht!)

Noch bis Ende der Woche laufen auf der Berliner Modewoche die Models über den Laufsteg und zeigen, was im nächsten Jahr angesagt ist. Im Wochentakt folgen dann die weiteren Fashion Weeks: New York, London, Mailand, Paris. Die Bilder der Modenschauen gehen blitzschnell um die Welt und wenige Wochen später hängen die Must-Haves in den Schaufenstern der großen Ketten.

Zara beispielsweise produziert nur so viel von einzelnen Teilen, dass die schnell vergriffen sind. Die Botschaft ist klar: Greift zu, sonst ist der Fummel vielleicht bald nicht mehr im Laden. Obendrein liefern sich die Fast-Fashion-Discounter Preiskämpfe – mit der Folge, dass wir uns an Billigware gewöhnt haben und hemmungslos zugreifen. Die Discounter-Bewegung auf die Spitze treiben hierzulande Newcomer wie die irische Kette Primark, die T-Shirts für zwei Euro und Jeans für zehn Euro anbieten.

Den Preis für die Billigklamotten zahlen andere. Produziert wird in ärmeren Ländern. Die gravierenden Folgen für Mensch und Umwelt hat die Greenpeace Detox-Kampagne sichtbar gemacht und aktuell wieder in dem Report Kleine Monster im Kleiderschrank dokumentiert.

Jeder Deutsche kauft im Schnitt fünf neue Teile pro Monat. Pro Jahr 60 Klamotten mehr im Kleiderschrank – das ist auch der Durchschnitt in anderen Industrienationen. Getragen wird nur ein Bruchteil dessen, was wir an Kleidung haben. Selbst umweltbewusste junge Frauen gaben bei Befragungen an, dass bis zu 40 Prozent ihrer Kleidung Schrankhüter sind.

Deshalb müssen wir weniger und bewusster einzukaufen. Auf der Berliner Modewoche stößt man inzwischen auf ein ständig wachsendes gut gemachtes Angebot an grüner Mode. Dazu zählen Kollektionen aus Bio-Stoffen oder recycelten Materialien, Entwürfe von kleineren Labels, die lokal fertigen, Stücke, die multifunktional sind oder gut zu kombinieren. Die wirklich guten Modelle sind zeitlos und nicht schon in der nächsten Saison aus der Mode.

„Buy less, choose well, make it last“ – kauft weniger, bewusster und sorgt dafür, dass es hält – dieses Mantra der britischen Designerin Vivienne Westwood gewinnt an Bedeutung. Und es gibt eine wachsende Zahl von Menschen, die Mode mögen, aber ihre Sehnsucht nach Veränderung anders stillen als mit dem ständigen Kaufen neuer Sachen.

Sie stöbern in Secondhand-Läden oder im Internet bei Kleiderkreisel, gehen auf Kleidertauschparties, leihen sich Kleidung wie Bücher aus einer Bibliothek („Kleiderei“) oder lernen wieder zu stricken, zu nähen und zu flicken. Auch wenn man diesen Trend nicht überschätzen darf, zeigt er doch, dass Fast Fashion, also die schnelllebige Massenware ihren Zenit überschritten hat.

Die Zeiten, als sich Präsidentin-Gattin Michelle Obama, Kanzlerin Angela Merkel oder die britische Schauspielerin Keira Knightley dafür verspotten lassen mussten, dasselbe Kleid zweimal zu tragen, sollten endgültig vorbei sein.

Es ist Zeit umzudenken. Selbst die sauberste Produktion bleibt nicht ohne Folgen für die Umwelt. Weniger ist mehr: Setzen wir auf Kreativität statt auf Konsum!

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